Medineum: Startschuss für erstes Ärztezentrum

Ein Ergebnis der bundesweiten Gesundheitsreform ist die Entstehung von Primärversorgungszentren. Österreichweit sind 75 geplant, in Kärnten sollen bis 2021 fünf eröffnet werden. Die erste Einheit hierzulande ist schon fix und dürfte im Herbst 2020 die Arbeit aufnehmen.

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Das erste Primärversorgungszentrum in Kärnten steht in den Startlöchern Foto: Sergey Tinyakov/iStock/Getty Images

Das "MEDINEUM - Zentrum für Allgemeinmedizin" wird angeführt vom medizinischen Trio Manuel Treven, Sabine Steinscherer und Günter Meisterl und soll mit 1. Oktober 2020 in Annabichl eröffnet werden. Durch die Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams werden verbesserte Patientenversorgung und auch verlängerte Öffnungszeiten (7 bis 19 Uhr) ermöglicht. In der Gemeinschaftspraxis werden neben Ärzten auch diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger und Therapeuten am Wohl des Patienten arbeiten. "Die Idee einer Primärversorgungseinheit bedeutet, Medizin, die Sinn macht. Allgemeinmedizin ist komplex und deswegen brauchen wir ganzheitliche Medizinangebote an einem Platz", ist sich das Trio einig und freut sich auf die neue Herausforderung: "Wir betreten Neuland in und für Kärnten, dieser Pioniergeist begeistert uns."

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KGKK-Direktor Dr. Johann Lintner, LHStv.in Dr.in Beate Prettner, Dr. Manuel Treven, Dr.in Sabine Steinscherer, Dr. Günter Meisterl, Dr.in Maria Korak-Leiter, 1. Kurienobmannstellvertreterin der Ärztekammer für Kärnten und Dr. Gernot Melischnigg, Geschäftsführer des Kärntner Gesundheitsfonds Foto: KGKK/Eggenberger

Fit für die Zukunft

Die bundesweite Gesundheitsreform sieht fünf solcher Primärversorgungseinheiten in Kärnten vor. Johann Lintner, Direktor der Kärntner Gebietskrankenkasse: "Ziel ist es nicht nur, die Ambulanzen zu entlasten, sondern auch den Beruf des Allgemeinmediziners attraktiver zu machen und natürlich das Gesundheitsangebot zu verbessern und zukunftsfit zu machen." Was die Primärversorgungseinheiten nicht sollen: Den Hausärzten Konkurrenz machen! "Es ist vielmehr ein zusätzliches Angebot, eine sinnvolle und zukunftsweisende Ergänzung der kassenärztlichen Versorgung", betont Maria Korak-Leitner, 1. Kurienobmann-Stellvertreterin der Ärztekammer für Kärnten. Die Anschubfinanzierung übernimmt der Kärntner Gesundheitsfonds. "Wir geben Starthilfe, indem wir die Kosten für Infrastrukturmaßnahmen und Physio- sowie Ergotherapeuten übernehmen. Wir freuen uns einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau leisten zu können", so Geschäftsführer Gernot Melischnigg.