Marianne Grobner – führen und beraten

Am 28. November präsentiert die renommierte Unternehmensberaterin und Autorin im WIFI ihr neues Werk „gut beraten - persönliche Notizen einer Beraterin“. Sowohl Vorarlberger Flaggschiffbetriebe wie internationale Konzerne holen Marianne Grobner, die bereits fünf Constantinus Beraterpreise trägt, als Beraterin.

Marianne Grobner
„Es geht darum ein Umfeld zu schaffen, in dem sich Mitarbeiter gerne mit ihren Ideen und Fähigkeiten einbringen. Das bringt mehr Engagement und wirkt sich auch in den Zahlen aus.“ Marianne Grobner. Foto: walser-image.com

Weekend: Wie besteht man im großen Beratermarkt?
Marianne Grobner:
Berater werden geholt, wenn unsere Kunden ein Problem oder ein Projekt haben, das sie entweder selbst nicht lösen können oder für das sie keine Ressourcen zur Lösung haben.  Als Beraterin bin ich dann erfolgreich, wenn es mir gelingt, die spezielle Problemsituation des Kunden zu erfassen und in einem Projekt umzusetzen. Ein gutes Konzept in einem dicken Bericht reicht da nicht. Es geht vor allem darum, machbare Lösungen zu entwickeln und deren Umsetzung in die Praxis methodisch gut zu begleiten.

Weekend: Sie sind auch Autorin, heuer erscheint schon Ihr zweites Buch?
Marianne Grobner:
Ich habe mit „Lust auf Führung“, erschienen heuer im Jänner, ein Buch über Führung geschrieben, das auch im Tagesgeschäft verwendbar ist. Bei einem Beraterkongressvortrag über meine Berufserfahrungen ist die Idee für das aktuelle Buch entstanden. In „gut beraten" fließen meine Erfahrungen in 71 persönlichen Statements ein: Was zeichnet gute Beratung aus? Wie baue ich mir einen Markt auf? Worauf muss ich im Umgang mit Kunden achten? Das Buch richtet sich an alle, die sich professionell mit Beratung beschäftigen.

Weekend: In der Beraterbranche dominieren Männer?
Marianne Grobner:
Obwohl die Führungsetagen eher männlich besetzt sind, habe ich es nie als Nachteil empfunden, dass ich Frau bin. Wichtig ist aber, dass man auch die Sprache der Führungskräfte sprechen kann und ihre Welt (und Ihre Herausforderungen) versteht, konzeptiv denken und auch mal mit klaren Worten mutig Stellung beziehen kann. Topmanager wollen keine Duckmäuser sondern Berater, denen sie auf Augenhöhe begegnen können.

Weekend: Wie wichtig ist das Streben nach Exzellenz?
Marianne Grobner:
So wie in jedem anderen Beruf: Standards runterzuspulen ist kein Erfolgsrezept. Die Kunden spüren das, ob man sich auf Ihr Projekt vorbereitet, etwas zum Unternehmen Passendes überlegt hat. In diesem Punkt bin ich sehr heikel und die Kunden ebenfalls. Aber der Reiz der Beratungsarbeit besteht ja genau darin, in jedem Projekt und bei jedem Kunden Erwartungen zu übertreffen, die gängigen Methoden und Muster zu verbessern und Neues, Sinnvolles zu entwickeln. Die Frage: „Geht es nicht auch besser?“ und „Geht es auch anders?“ begleiten mich ständig bei meinen Projekten. Das macht meinen Beruf spannend, herausfordernd und abwechslungsreich.

Marianne Grobner
„Ich möchte dazu beitragen, dass Eigenverant-wortung, Vertrauen & Menschlichkeit in der Arbeitswelt mehr Platz haben.“, Marianne Grobner. Foto: walser-image.com

Zur Person: MARIANNE GROBNER

  • Jahrgang 1961, geb. in Wien
  • Familienstand: verheiratet, zwei Töchter
  • Werdegang: Promotion Jus 1983, 1984 Unternehmensberatung Dr.Edinger, seit 1992 selbständige Unternehmensberatung, 2007 bis 2014 Gesellschafterin und Geschäftsführerin Management Center Vorarlberg, 2014 Gründung Grobner Consulting zertifizierte Unternehmensberaterin (CMC) und zertifizierte Aufsichtsrätin(CSE)
  • Hobbies: Berge – Sommer und Winter, Hunde, Schreiben, Reisen, Kochen