Made in Gleisdorf

Faire Mode: Bei unserer Ernährung achten wir sehr genau auf Regionalität und Herkunft. Warum sollten wir das nicht auch bei unserer Kleidung tun? Ein Pärchen aus Gleisdorf zeigt vor, wie nachhaltig produzierte Mode funktionieren kann.

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Foto: Patrick Deutsch/ Weekend Magazin

Mit ziemlicher Sicherheit tragen Sie beim Lesen dieser Zeilen gerade ein Kleidungsstück aus Asien. Stimmt’s? Im Großen und Ganzen ist das auch wenig verwunderlich, denn die meiste Kleidung, die wir in Europa kaufen, stammt aus den Produktionshallen der Billiglohnländer. Schon seit geraumer Zeit stehen große Bekleidungskonzerne allerdings in der Kritik – denn Hosen, T-Shirts und Co. werden dort unter widrigsten Bedingungen hergestellt.

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Foto: Patrick Deutsch/ Weekend Magazin

Nachhaltig

„Es geht auch anders“, weiß der Gleisdorfer Oliver Ortis. Der 36-Jährige arbeitete selbst einige Jahre für die UNO in Indonesien, Pakistan und China und kennt die Produktion vor Ort. „Damals habe ich gesehen, was diese Ausbeutung der Menschen anrichtet. Andererseits habe ich aber gelernt, wie nachhaltiges Wirtschaften tatsächlich funktionieren kann und mir überlegt, wie das auch in Österreich funktionieren kann“, erzählt er. Nach seiner Rückkehr begann er daher zu recherchieren: „Viele Nähereien in der Umgebung haben in den letzten Jahren geschlossen, weil sich das Geschäft nicht mehr rentiert hat.“ Fehlende Kapazitäten und Fachkräftemangel stellten ihn daher zu Beginn vor große Herausforderungen. Mittlerweile hat sich der Unternehmer jedoch ein ganzes Netzwerk in Österreich aufgebaut und produziert fair in der Region.

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Während sich Oliver vor allem auf Lifestyle- und Sportbekleidung spezialisiert hat, geht es Petra darum, den Kleiderschrank bewusst zu reduzieren und Sachen herzustellen, die auf verschiedene Arten getragen werden können. Foto: Patrick Deutsch/ Weekend Magazin

Echt sauber

Und der Erfolg gibt ihm Recht: Neben seinem Surf- und Lifestylelabel „GrumpyScampi“ ist vor Kurzem auch die Functional Fitness-Linie „STOAK“ dazugekommen. „Gerade bei Sportlern kommen die Argumente ‚natürlich‘, ‚sauber‘ und ‚gesund‘ gut an“, so Oliver. Mittlerweile hat man sich in Österreich sogar zu einer echten Konkurrenz für die großen Anbieter entwicklt. In Zukunft will er seine fair produzierte Kleidung daher auch in anderen Teilen Europas vermarkten.

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Von der Stoffauswahl bis hin zur Herstellung lassen sich alle Schritte der Produktion zurückverfolgen. Foto: Patrick Deutsch/ Weekend Magazin

Qualitätscheck

Seine Partnerin Petra Gangl hat sich ebenfalls ganz der nachhaltigen Mode verschrieben. Die Grafikdesignerin lässt ihre Stücke bei der Chance B in Gleisdorf herstellen. Vom ersten Entwurf bis hin zum Verkauf im neuen Ladengeschäft „wosnei x“ bleiben so alle Produktionsschritte direkt im Ort. Die Kritik, das nachhaltige Mode immer teurer ist, lassen übrigens beide nicht gelten: „Es stimmt schon, dass die Anschaffung zwar teurer ist, aber die Qualität der Stoffe und Garne macht auch einen wesentlichen Unterschied“, so Petra. Auf lange Sicht haben die Kleidungsstücke eine längere Lebensdauer und rentieren sich eher, als die Billigmode vom Discounter. Und auch die Wertschöpfung bleibt zu 100 Prozent vor Ort. Allein darum lohnt sich wohl schon ein Blick in die Shops der beiden Unternehmer. 

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Foto: Patrick Deutsch/ Weekend Magazin

Erhältlich ist die nachhaltig hergestellte Mode der beiden Gleisdorfer unter: www.grumpyscampi.com, www.stoak-wear.com und www.lotalife.net

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