Hochzeit: Teures-Jawort

Pompöse Hochzeiten: Wien ist häufig Schauplatz von „Touristen-Hochzeiten“ – Japaner, Russen, Chinesen und vor allem Inder nutzen das imperiale Feeling der Hauptstadt gerne für ihr Ehegelübde.

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Foto: Wavebreakmedia Ltd/Wavebreak Media/Thinkstock

Für eine Hochzeit elf Stunden von Mumbai nach Wien fliegen? Die rund 6.000 Kilometer Distanz lassen sich in der Business Class bequem überbrücken. Genauso luxuriös und dekadent ging es für die Milliardärstochter Sonam Vaswani in Wien weiter: Eine pompöse Bollywood-Hochzeit im Schlosspark des Belvedere. Für die Hochzeitsgesellschaft wurde das gesamte Ritz Carlton am Ring mit all seinen Zimmern und Suiten exklusiv angemietet.

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Foto: instagram.com/sherinadalamal

Luxus-Hochzeiten: Tendenz steigend

Wien-Tourismus setzt in seinen Marketing-Aktionen in Indien bereits bewusst einen Schwerpunkt auf das romantische Wien. Und so dürfte es wohl nur eine Frage der Zeit sein, bis der Schlosspark Belvedere für die nächste Zeremonie geschmückt wird. 2016 heirateten bereits 3.471 nicht-österreichische Paare in Österreich, die Tendenz ist steigend. Die bürokratischen Hürden sind gering: Ausländische Paare müssen sich nur bei den Wiener Standesämtern melden und auf Ehefähigkeit geprüft werden. Ehefähig sind alle volljährigen Personen, die nicht blutsverwandt oder adoptiert sind. Diese Prüfung kostet ausländische Staatsbürger 130 Euro.

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Trends: Je mehr, desto besser 

Aber nicht nur indische Paare haben sich in die österreichische Hauptstadt verliebt. Auch aus Russland, China, Japan und den arabischen Ländern flattern immer mehr Anfragen für Luxus-Hochzeiten in einem der Prachtbauten ein. (Über die pompöse russische Hochzeit von Lolita Osmanova und Gaspar Avdolyan kann man hier nachlesen.) Ein Trend, der sich bei dieser Klientel ganz besonders abzeichnet: Motto-Hochzeiten. 2017 wurde im Austria Trend Eventhotel Pyramide eine Hochzeit nach dem Motto „Venedig“ organisiert. Dafür setzte man die Räumlichkeiten für die rund 800 Gäste unter Wasser und fuhr stilecht mit Gondeln herum. Und da wären dann noch die Mega-Hochzeiten von Wienern mit Migrationshintergrund und bis zu tausend Gästen. Erst im Winter wurde für eine Balkan-Hochzeit in den Sofiensälen eine über zwei Meter hohe und drei Meter breite Hochzeitstorte angefertigt – die bislang „größte Hochzeitstorte Wiens“. Die Romantik bleibt bei solchen extrem großen Hochzeiten bleibt allerdings leider häufig auf der Strecke.