Lehrlingscoach Ramona Feichtenhofer

Die Liebherr Gruppe beschäftigt weltweit 43.500 Personen, allein am Standort Nenzing arbeiten 1.700 Personen. Konstrukteurin Ramona Feichtenhofer hat hier ihre Lehre absolviert und ist seit mehreren Jahren Ausbilderin mit Leib und Seele.

Ramona Feichtenhofer
„Bei mir zählt der Mensch, als Ausbilderin gehe ich intensiv auf die Lehrlinge ein.“ Ramona Feichtenhofer, Ausbilderin Foto: walser-image.com

Weekend: Was waren Ihre Beweggründe, in dieser Branche eine Ausbildung zu absolvieren?
Ramona Feichtenhofer:
Mir war sehr früh klar, dass ich keinen typischen Frauenberuf erlernen möchte. Eine Bekannte hat mich auf die Schnuppertage bei Liebherr und den damals brandneuen Lehrberuf der Konstrukteurin hingewiesen. Beim Schnuppern war bereits alles perfekt: der technische Hintergrund, der Kontakt zur Produktion, die Arbeit mit Computern und das beinahe familiäre Umfeld haben mich überzeugt. Als man mir einige Jahre nach der Lehre den Job als Ausbilderin anbot, habe ich sofort zugesagt. Ich moderiere leidenschaftlich – und vermittle jungen Menschen gerne Wissen.

Weekend: Welche Ausbildungen bietet Liebherr an?
Ramona Feichtenhofer:
Das Werk Nenzing ist auf die Produktion von Baumaschinen wie Hydro-Seilbaggern, Raupenkranen, Ramm- und Bohrmaschinen spezialisiert. Wir bilden sowohl Burschen wie Mädchen als Lackiertechniker, Elektrotechniker, Maschinenbautechniker, Stahlbau-Schweißtechniker, IT-Techniker, Konstrukteure sowie Bürokaufleute aus. Egal ob Schullaufbahn oder Lehre: wichtig ist, dass wir die richtigen Leute an der richtigen Stelle einsetzen.

Weekend: Stichwort Lehre 4.0 und Digitalisierung?
Ramona Feichtenhofer:
Die Entwicklung geht rasant voran, dem tragen wir in der Ausbildung selbstverständlich Rechnung. Themen wie CAD, CAM und additive Fertigung werden forciert. Um den Lehrlingen neue Konstruktionsweisen zu vermitteln, setzen wir einen 3-D-Drucker ein. Das geschieht teils ohne produktiven Hintergrund, aber zu Anschauungszwecken: die Lehrlinge sind begeistert, wenn Bauteile via 3-D ausgedruckt werden.

Weekend: Ist es gelungen, verstärkt Mädchen für technische Berufe zu begeistern?
Ramona Feichtenhofer:
Auf jeden Fall, selbst in Berufen wie Stahlbautechnik und Maschinentechnik arbeiten immer mehr Mädchen. Mittlerweile setzen wir auch Elektrotechnikerinnen bei Auslandsmontagen ein. Hausintern werden Mädchen sehr unterstützt. Neben infrastrukturellen Adaptionen geht es insbesondere um die „Software“. Ich treffe mich regelmäßig mit den Mädchen und kläre die Themen, die einem in der Männerberufswelt begegnen könnten. Von sieben Lehrlingen in der Konstruktion sind drei Mädchen. Diese machen einen so guten Job, dass sie bereits hausintern Jobangebote erhielten.

Weekend: Wie erfolgt die Auswahl der Lehrlinge?
Ramona Feichtenhofer:
Früher testete jeder Betrieb selbst, seit 2016 gibt es von der VEM einen überbetrieblichen Kompetenztest, der gemeinsam mit einem externen Unternehmen entwickelt wurde und in allen großen VEM-Betrieben durchgeführt wird. Zum Auswahlverfahren zählt noch das Zeugnis, aber worauf wir wirklich achten ist die Persönlichkeit. Was hat der junge Mensch für einen Charakter? Auch das gemeinsame Vorstellungsgespräch mit den Eltern ist ein wichtiger Part. Eine Karriere im Technikland Vorarlberg ist vorprogrammiert. Selbst ausgebildete Lehrlinge werden gerne im eigenen Betrieb übernommen, haben aber auch hervorragende Chancen in anderen VEM-Unternehmen!

Ramona Feichtenhofer
Ramona Feichtenhofer, Ausbilderin mit Leib und Seele. Foto: walser-image.com

Zur Person: RAMONA FEICHTENHOFER

  • geb. 1990
  • wohnhaft in Ludesch
  • Familienstand: Partnerschaft
  • Werdegang: Hauptschule, Polytechnikum, 2005 Konstrukteurlehre bei Liebherr Nenzing absolviert, seit 2011 hauptberufliche Ausbilderin, gemeinsam mit 15 Kollegen werden 119 Lehrlinge betreut.
  • Hobbies: Fitnesssport, Lesen, Kino

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