Wie wir leben werden: 2050 ist morgen

Hochintelligente Roboter, Sonnenstrom aus dem Weltall, Flüge zum Mars und Organe aus dem 3D-Drucker. Weekend Magazin zeigt, wie wir bald leben werden.

Roboter
Einst Vision, heute Wirklichkeit: Roboter kommen immer häufiger zum Einsatz Foto: sarah5/iStock/Thinkstock

Wir schreiben das Jahr 2050: Wie werden wir leben? Wie wird unser Zuhause aussehen? Wie werden wir uns fortbewegen? Wie werden wir lernen, was werden wir essen? Wie werden wir Krankheiten bekämpfen und gibt es diese überhaupt noch? Weekend Magazin versucht anhand eines fiktiven Tagesablauf von Eva Antworten auf die Fragen der Zukunft zu geben. 

7 Uhr: Roboter kocht Kaffee 

Eva wacht durch Geschirrgeräusche in der Küche auf. Ihr Personal Robot macht gerade Kaffee. Dank der integrierten lernfähigen Software hat er sich perfekt in den Haushalt integriert und weiß auch schon, was er am Abend kochen wird. Rindsbraten. Der wird mittlerweile in Nährlösungen produziert. Aus einer Rinderzelle wächst über zahlreiche Teilungszyklen tonnenweise Fleisch heran. Das schont die Umwelt, denn Anfang des 21. Jahrhunderts war die traditionelle Viehzucht für ein Fünftel der Treibhausgasemissionen verantwortlich. Zwischendurch wird der Roboter auch die Wäsche waschen. In der Waschtrommel aus supraleitendem Metall lösen Trockeneisstrahlen unter hohem Druck Schmutz aus der Kleidung. Verfärbungen eines weißen Hemdes durch eine rote Socke gehören der Vergangenheit an. Denn alle Gegenstände sind mit einem Sensor ausgestattet und kommunizieren miteinander. So startet die Waschmaschine erst gar nicht, solange sie unverträgliche Wäscheteile beinhaltet. Roboter sind im Jahr 2050 alltäglich.Doch was bedeutet das für uns Menschen? Nehmen sie uns unsere Arbeitsplätze weg? Forscher meinen, dass in vielen Fertigungsstätten rund um den Globus auch in Zukunft noch von Menschenhand gearbeitet werden wird. Allerdings werden zeitgleich auch immer mehr Arbeiten, vor allem jene die standardisierbar sind, von Robotern übernommen. Es braucht aber immer noch menschliche Intelligenz, um die Vorgänge zu überwachen und im Notfall einzuspringen. Arbeitsplatzgarantie auch in der Zukunft bieten Forschung, Produktdesign, Strategie und Organisation, Einkauf und Marketing, Beratung und Vertrieb - für diese Jobs werden nach wie vor Menschen gebraucht. 

8 Uhr: Ab nach Moskau

Eva wohnt in Wien. Sie arbeitet jedoch in Moskau. Den Weg zur Arbeit legt Eva mit Hochgeschwindigkeit zurück. Die rund 2.000 Kilometer lange Strecke schafft die Magnetschwebebahn im Vakuumtunnel in rund einer halben Stunde. Der hohen Materialbelastung bei solch hohen Geschwindigkeiten beugt die Herstellerfirma mit selbstheilenden Kunststoffen vor, die auftretende Defekte eigenständig reparieren. Der Energiebedarf der Bahn wird von einem Solarkraft-Satelliten gedeckt. Kollektoren bündeln im Weltraum Sonnenlicht und befördern es mittels drahtloser Energieübertragung auf die Erde. Distanz spielt keine Rolle mehr. Auch die Sprache nicht. Simultanübersetzende Software ist längst Standard. 

11 Uhr: News-Check in der Kontaktlinse 

Eva checkt über ihre Kontaktlinsen, was in der Welt passiert. News werden in HD-Qualität direkt ins Auge projiziert. Ihre Google Glasses verstauben seit Jahren in einer Lade. Der neueste Trend: sogenannte "X-Men"-Implantate. Dabei wollen Wissenschafter mit Gehirnchips in Nanogröße die menschlichen Sinne wie Sehen, Fühlen, Schmecken und Riechen intensivieren. In Verbindung mit einem am Körper Exoskelett, das als kraftvolle Stützstruktur dient, könnten menschliche Kampfmaschinen entstehen, so die allgemeine Befürchtung. 

12 Uhr: Zu Mittag ein 3D-Burger

Eva bekommt Hunger. Wie wäre es mit einem saftigen Burger? Kein Problem. Seit die NASA für ihre Astronauten diese Form der Nahrungsbeschaffung umgesetzt hat, ist sie auch im Alltag bereits Realität. In kürzester Zeit steht der gedruckte Burger aus Rinderzellen auf dem Tisch. 

15 Uhr: Krebs-Alarm im BH 

Ein Alarmzeichen flackert in Evas Auge auf. Ihr intelligenter BH hat eine minimale Temperaturveränderung registriert, die auf eine Tumorbildung hinweist. Nanopartikel bekämpfen die Krebszellen an Ort und Stelle. Auch Organe können mittels 3D-Drucker nachgebaut werden. 

18 Uhr: Holo-Chat mit Adam

Ihr Mann Adam arbeitet am roten Planeten in der "Mars One"-Station. Chatten mit Kamera? Passé. Adam erscheint als 3D-Hologramm im Raum. Denn Beamen funktioniert leider noch nimmer nicht.