Good News: Kinder-Stipendium wird erhöht!

Das ist doch mal eine gute Nachricht aus der Politik: Das Land Kärnten erhöht ab September 2019 das Kinder-Stipendium. Statt bisher 50 Prozent, werden die Kinderbetreuungskosten dann zu 66 Prozent vom Land übernommen.

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We love it! Das Kärntner Kinder-Stipendium wird erhöht - das Land entlastet so das Börserl der Eltern Foto: poplasen/iStock/Getty Images

Im September 2019 wurde die Initiative "Kärntner Kinder-Stipendum" aus der Taufe gehoben. Mit großem Erfolg: Derzeit besuchen um 1.200 Kinder mehr eine Betreuungseinrichtung als das der Fall davor war. Und es sollen ab kommenden September noch mehr werden. Denn im ersten Aktionsjahr wurden die Betreuungskosten zu 50 Prozent gefördert, nun sollen 66 Prozent übernommen werden. Darüber informierte Kinderbetreuungsreferent Landeshauptmann Peter Kaiser gemeinsam mit Klubobmann Markus Malle und dem stellvertretenden Klubobmann Bürgermeister Andreas Scherwitzl.

Am Zahn der Zeit

Für Kaiser zeigt die Steigerung an Kindern in Betreuung die Treffsicherheit des Kinder-Stipendiums. „Ja, es hat auch in Kärnten Familien gegeben, die ihre Kinder aus finanziellen Gründen nicht in Betreuung geben konnten“, sagte er. Durch das Kinder-Stipendium hätten aber auch viele von der Halbtags- in die Ganzstagsbetreuung gewechselt. Es sei also nicht nur eine finanzielle Entlastung für die Eltern, es entlaste sie auch in Bezug auf die Anforderungen des Arbeitsmarktes. „Im Mittelpunkt steht für uns aber, allen Kindern die bestmögliche elementarpädagogische Betreuung zu ermöglichen“, so Kaiser. Dem Landeshauptmann geht es darum, allgemein die Qualität in der Elementarpädagogik weiter zu heben. Bis 2020 solle ein entsprechendes Kinderbildungs- und -betreuungsgesetz fertiggestellt sein. Wesentliche Rolle werde dabei auch der Vereinbarkeitsindikator für Familie und Beruf (VIF-Kriterien) spielen.

Großer Bedarf

Kaiser wiederholte zudem seine Forderung an die Bundesregierung nach einem zweiten verpflichtenden Kindergartenjahr. Dass man in Kärnten speziell bei den Null- bis Dreijährigen noch großen Bedarf an Betreuungsplätzen habe, insbesondere im Zentralraum, verhehlte der Landeshauptmann nicht. Am Ziel Beitragsfreiheit (bezogen auf den durchschnittlichen Elternbeitrag) wolle man weiterhin festhalten. „Es ist aber ein Erfahrungsprozess, den wir gründlich und mit Weitblick durchführen wollen“, sagte er. Einen „Wermutstropfen“ gibt es laut Kaiser: So habe es „im Schlagschatten“ des Kinder-Stipendiums in 15 von 498 Betreuungseinrichtungen exorbitante Beitragserhöhungen von teils über zehn Prozent gegeben.

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Im Zuge des Kinder-Stipendiums wurde laut Malle aber auch die Förderung von gesundem Essen in den Fokus gerückt Foto: Andrey_Kuzmin/iStock/Getty Images

Für den Standort

Für Malle ist gut funktionierende und leistbare Kinderbetreuung – und damit auch das Kärntner-Kinder-Stipendium – ein Standortfaktor für Kärnten – insbesondere in Hinblick auf die demografische Entwicklung. Er meinte, dass man mit dieser Initiative auch der Bevölkerungsabnahme in den Gemeinden entgegenwirken könne. „Wichtig ist es uns aber, dass Eltern ihre Kinder gut aufgehoben wissen und bezüglich Kinderbetreuung vor keinen finanziellen Hürden stehen“, so der Klubobmann. Als wichtigen Punkt hob er zudem die ermöglichte und vom Land unterstützte Tageselternbetreuung in Betrieben hervor. 19 Betriebe würden diese bereits nutzen, 44 Betriebstagesmütter gebe es derzeit in Kärnten. „Wir haben da aber noch viel Potenzial für den Ausbau“, ist Malle überzeugt. Im Zuge des Kinder-Stipendiums wurde laut Malle auch die Förderung von gesundem Essen in den Fokus gerückt. Bei Bereitstellung von regionalen, biologisch wertvollen Produkten könne nunmehr ein maximaler Essensbeitrag von 75 Euro im Monat eingehoben werden.

Arbeitsplätze schaffen

Scherwitzl ergänzte, dass das Kinder-Stipendium vor allem auch für die Gemeinden ein Standortfaktor sei. Die Gemeinde Magdalensberg wachse zum Beispiel um 40 Einwohner pro Jahr. „Unsere Kinderbetreuungseinrichtungen sind der Schlüssel dafür“, so der Bürgermeister. Für die zwei Gruppen in der Kindertagesstätte (30 Kinder), vier Kindergartengruppen (104 Kinder) und Hortgruppen mit 86 Kindern wende die Gemeinde 300.000 Euro auf. Kinderbetreuung sei auch ein Arbeitsplatzfaktor, so seien in seiner Gemeinde 22 Elementarpädagoginnen und vier Personen in der eigenen, regional einkaufenden Küche beschäftigt.