Teil 3: Was ist Krypto?

In dieser Serie bereiten wir das Thema „Kryptowährungen“ schrittweise auf, um auch interessierte Einsteiger fit für die Zukunft des bargeldlosen Zahlens zu machen. Denn Experten sind sich einig: Bitcoin & Co sind gekommen, um zu bleiben!

Bitcoin Kryptowährung
Foto: Rick Jo / Thinkstock

Im zweiten Teil der Serie wurde erklärt, wie die Transaktion einer Kryptowährung funktioniert und welchen Einfluss die Herstellung von Kryptowährungen auf unsere Umwelt hat.

Der Staat schneidet mit

Wir wissen also jetzt wie eine Kryptowährung hergestellt wird und wie sie zwischen A und B hin- und hergeschickt werden kann. Aber wie schaut es rechtlich mit der digital verschlüsselten Währung aus? Niklas Schmidt, Anwalt bei Wolf Theiss, hat eine erste Antwort parat: „Nach aktueller Ansicht des BMF führt das Mining von Kryptowährungen zu steuerlichen Einkünften aus Gewerbebetrieb. Veräußerungsgewinne aus Kryptowährungen sind im Privatvermögen nur dann steuerpflichtig, wenn der Kauf und Verkauf innerhalb eines Jahres stattfindet.“ Roland Frankl, Anwalt bei Lansky, Ganzger & Partner, fügt hinzu: „Zu beachten ist hierbei, dass jeder Tausch zwischen Kryptowährungen steuerlich jeweils wie eine Anschaffung und eine Veräußerung zu behandeln ist.“

Bitcoin statt Euro?

Um ein offizielles Zahlungsmittel zu sein, fehlt es Kryptowährungen an einer zentral organisierenden Stelle. „Denkbar wäre jedoch, dass Staaten eigene Kryptowährungen entwickeln, welche diese selbst steuern, regulieren und so dann als Währung anerkennen,“ kann sich Frankl die Zukunft der Zahlungsmittel vorstellen. Der Bitcoin ist durch die Grundidee einer freien, anonymen und dezentralen Währung entstanden (siehe Teil 1 der Serie). Dies sei ein starker Widerspruch zum derzeitigen europäischen monetären System, in welchem die Europäische Zentralbank über die Geldpolitik bestimme und damit einer der Garanten für die Preisstabilität sowie für eine positive Wirtschaftskonjunktur sei. Den Euro als klassische Währung werden Kryptowährungen also nicht so schnell ersetzen.

Gut abgesichert 

Bitcoins oder andere Kryptowährungen können nur gestohlen werden, wenn man den geheimen Schlüssel (entspricht dem PIN-Code beim Online Banking) nicht geheim hält oder wenn man sie an eine Adresse überweist, zu der jemand anderer den geheimen Schlüssel hat. Ein typisches Beispiel für den zweiten Fall seien laut Schmidt Überweisungen an Adressen einer Exchange (entspricht einer Wechselstube). Man sollte nur Exchanges verwenden, die vertrauenswürdig sind. Ein Bitcoin-Diebstahl werde laut Frankl meistens von Hackern oder Insidern durchgeführt. Die Rückverfolgung der Bitcoins stelle ein schwieriges Unterfangen dar, da die Identität des Diebs oft nicht festgestellt werden könne. „Der Schlüssel sollte deshalb offline aufbewahrt werden, obwohl hier das Risiko eines physischen Diebstahls besteht,“ rät der Experte.

An die Börse

Von Profis und Insidern empfohlen werden Exchanges und Börsen wie eToro, bei denen kein eigenes Wallet (= Online-Geldbörse) benötigt wird, Binance, die mehrere 100 Kryptowährungen zum Handeln anbieten, oder coinbase, über die ein sofortiger Kauf von Bitcoin und auch professioneller Handel über Coinbase Pro möglich ist. Plattformen wie Bitfinex schrecken mit einem verpflichtenden Startkapital von mindestens 10.000 US-Dollar „Normalbürger“ als Anleger eher ab. Sucht man auf Seiten wie www.cryptolist.de/boersen findet man aber schnell eine passende Börse. Wichtig ist hierbei auch, auf das eigene Bauchgefühl zu vertrauen.

Lesen Sie in Teil 4 der Serie „Kryptowährungen“ mehr darüber, wie Sie mit den Online-Währungen investieren können.

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