Teil 2: Was ist Krypto?

In dieser Serie bereiten wir das Thema „Kryptowährungen“ schrittweise auf, um auch interessierte Einsteiger fit für die Zukunft des bargeldlosen Zahlens zu machen. Denn Experten sind sich einig: Bitcoin & Co sind gekommen, um zu bleiben!

Bitcoin Kryptowährung
Foto: Rick Jo / Thinkstock

Im ersten Teil der Serie wurde erklärt, wann und warum Bitcoins entstanden sind und wie die Blockchain funktioniert. Jetzt stellt sich die Frage, wie ein Bitcoin mit einem Computer hergestellt werden und wie man dann damit zahlen kann.

Enorme Rechenleistung

Am Anfang der Kryptowährungen, vor genau zehn Jahren, war es noch ganz einfach, zu Hause einen Bitcoin herzustellen. Schade, dass sie damals noch nichts wert waren. Wäre man doch nur von Anfang an dabei gewesen! Das „Mining“ (deutsch: schürfen) hat eine sehr komplizierte Rechnung als Kern. Diese kann nur von einem Computer gelöst werden. Wenn sie gelöst ist, springt ein Bitcoin dabei raus. Das System wurde allerdings so konzipiert, dass nicht unendlich viele Bitcoins hergestellt werden können. Mittlerweile braucht man eine enorme Rechenleistung und massiven Stromverbrauch, um Mining sinnvoll zu betreiben. In Billigstrom-Ländern wie China und Island gibt es daher mittlerweile riesige Rechenzentren zu genau diesem Zweck, sogenannte „Mining-Farmen“. Die Bitcoin-Industrie pumpt jährlich 20 Megatonnen (1 Megatonne entspricht 1 Million Tonnen) CO2 in die Luft – das entspricht dem Jahresverbrauch von ganz Irland! Laut einer Studie von Credit Suisse werden rund 80 Prozent der Mining-Gewinne wieder in den Stromverbrauch reinvestiert. Da beißt sich die Katze in den Schwanz. Vorsichtigen Schätzungen zufolge werden 99 Prozent aller Bitcoins vermutlich in 2036 geschürft worden sein, pro Block wird man dann mit nur noch 0,78125 neuen Bitcoins belohnt werden.

Von A nach B versenden 

Um Bitcoins zu versenden, benötigt man zwei Dinge: Eine Bitcoin-Adresse und einen privaten Schlüssel. Die Bitcoin-Adresse kann man sich wie ein Schließfach mit einer gläsernen Tür vorstellen. Jeder weiß, was sich darin befindet, doch nur der private Schlüssel kann das Schließfach öffnen. Um Bitcoins zu senden, braucht man den privaten Schlüssel, um eine Nachricht mit dem Input (die vorhergegangene Transaktion der Coins), der Menge und dem Output (die Empfänger-Adresse) zu signieren. Dann versendet sie ihre Bitcoins von ihrem Wallet an das Bitcoin-Netzwerk. Dort verifizieren Bitcoin-Miner die Transaktion und setzen sie in den Transaktionsblock. Es ist also von den Minern abhängig, wie schnell die Transaktion vonstatten geht. Dafür kann man Transaktionsgebühren in die Blockchain eintragen. Je mehr man zahlt, desto schneller arbeiten sie dann.

Die wichtigsten Begriffe

Kryptowährung – Kryptografische (= verschlüsselte) Währungen werden in der Blockchain erzeugt und wie jede andere Währung auch auf dem internationalen Währungsmarkt gehandelt.

Blockchain – Hier wird eine information in sogenannte Blöcke abgelegt. Die Art der information kann alles sein, was in 40 Byte passt. Alle Blöcke sind verbunden und haben die Transaktionsgeschichte gespeichert. Einmal verifiziert, ist der Block für alle Ewigkeit unveränderlich.

Mining – Beim Mining werden Kryptowährungen „geschürft“. Die einzelnen Blöcke der Blockchain müssen abgeschlossen und versiegelt werden. Dazu wird die information eines gesamten Blocks zu einem einzelnen Code, einer komplexen Zeichenkombination, zusammengerechnet – ein sogenannter Hash. Miner übernehmen diese Rechenleistung: Sie errechnen die Hashs und werden dafür vom System mit neuen Einheiten einer Kryptowährung belohnt.

Lesen Sie in Teil 3 der Serie „Kryptowährungen“ mehr darüber, wie Sie zu Kryptowährungen kommen.

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