Teil 1: Was ist Krypto?

In dieser Serie bereiten wir das Thema „Kryptowährungen“ schrittweise auf, um auch interessierte Einsteiger fit für die Zukunft des bargeldlosen Zahlens zu machen. Denn Experten sind sich einig: Bitcoin & Co sind gekommen, um zu bleiben!

Bitcoin Kryptowährung
Foto: Rick Jo / Thinkstock

Kryptowährungen, Bitcoins, Blockchains, ICO, Wallets und Mining: Diese und weitere Fachbegriffe aus der Welt der digitalen Währungen bereiten vielen von uns Kopfzerbrechen. In dieser Serie wollen wir daher Licht in die Welt der Kryptowährungen bringen, um startklar für die Zukunft zu sein.

Am Anfang war das Licht

2009 erfand der oder die nach wie vor anonyme ProgrammiererIn mit dem angeblichen Namen Satoshi Nakamoto den Bitcoin und legte bestimmte Regeln fest. So ist die Anzahl an Bitcoins, die jemals entstehen können, auf 21 Millionen beschränkt. Momentan gibt es bereits rund 16,5 Millionen Bitcoins. Der Bitcoin ist die erste öffentlich gehandelte Kryptowährung. Witzig: Jedes Jahr feiert die Bitcoin-Community am 22. Mai den „Bitcoin Pizza Day“. An diesem Tag im Jahr 2010 bezahlte der Programmierer Laszlo Hanyecz 10.000 Bitcoins für die Lieferung von zwei Pizzen. Die Transaktion gilt als erste, in der jemand eine echte Ware mit Bitcoins bezahlt hat. Heute wären Hanyecsz Bitcoins mehr als 188 Millionen US-Dollar wert.

Rebellion der Nerds

Die philosophischen Wurzeln von Bitcoin lassen sich auf die Cypherpunk-Bewegung zurückverfolgen. Hier endet auch jede ernstgemeinte Suche nach der wahren Identität von Satoshi Nakamoto. Cypherpunks (gebildet aus Cipher (engl. für: Chiffre), Cyber und Punk) bezeichnet eine Gruppe von technisch versierten Menschen, die sich für die weitere Verbreitung des Datenschutzes in der digitalen Welt einsetzen. Das Ziel von Bitcoin? In einem 2008 erschienenen achtseitigen Manifest schreibt „Nakamoto“, dass der Bitcoin die Übertragung von Geld ermöglichen und Banken überflüssig machen soll.

Weitergedacht

Nach der Etablierung von Bitcoins wird nun seit einiger Zeit mit anderen Einsatzgebieten der sogenannten Blockchain experimentiert. Die Liste an möglichen oder bereits getesteten Einsatzbereichen für diese dezentral verwaltete Datenbank scheinen fast unendlich. Nachdem in einer Blockchain Informationen gespeichert werden, ist Experte Oliver Olbrich auf die Zukunft gespannt: „Beispielsweise kann man das Grundbuch, wie wir es kennen, mit all den damit einhergehenden Kosten wie etwa Notarhonorare, ersetzen und einsparen.“ Auch Signaturen und Zertifikate, etwa für Produkte wie Diamanten oder auch Ursprungszeugnisse für Lebensmittel, lassen sich laut dem Experten in der Blockchain wunderbar abbilden.

Tipps zur Weiterbildung

Das Buch „Cypherpunks – Unsere Freiheit und die Zukunft des Internets“ von Julian Assange (!) kann einen weiteren Einblick in die Denke des oder der Bitcoin-GründerIn und die Bewegung der Cypherpunks bieten. Auch die Homepages www.futurezone.at und www.derbrutkasten.com bieten interessante Informationen zum Thema.

Die wichtigsten Begriffe

Kryptowährung – Kryptografische (= verschlüsselte) Währungen werden in der Blockchain erzeugt und wie jede andere Währung auch auf dem internationalen Währungsmarkt gehandelt.

Blockchain – Hier wird eine information in sogenannte Blöcke abgelegt. Die Art der information kann alles sein, was in 40 Byte passt. Alle Blöcke sind verbunden und haben die Transaktionsgeschichte gespeichert. Einmal verifiziert, ist der Block für alle Ewigkeit unveränderlich.

Mining – Beim Mining werden Kryptowährungen „geschürft“. Die einzelnen Blöcke der Blockchain müssen abgeschlossen und versiegelt werden. Dazu wird die information eines gesamten Blocks zu einem einzelnen Code, einer komplexen Zeichenkombination, zusammengerechnet – ein sogenannter Hash. Miner übernehmen diese Rechenleistung: Sie errechnen die Hashs und werden dafür vom System mit neuen Einheiten einer Kryptowährung belohnt.

Lesen Sie in Teil 2 der Serie „Kryptowährungen“ mehr über die Herstellung von Kryptowährungen.

Mehr zum Thema: