Kommentar: Zum Scheitern verurteilt

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Foto: Montage/Chris Zenz

Rund 2,5 Jahre ist es her, dass die Grazer KPÖ bei den Gemeinderatswahlen zu jedermanns Erstaunen ein Ergebnis von etwa 20 % einfahren konnte. Nun sind die kommenden Wahlen zwar nicht nur auf Graz bezogen; die Grazer Wähler sind aber dennoch ein nicht zu verachtender Prozentsatz der steirischen Bevölkerung. Wie immer gibt es im Vorfeld zahlreiche Umfragen, die den Wahlausgang prognostizieren wollen: Die KPÖ krabbelt dabei – trotz ihrer Erfolge im Jahr 2017 – bei eher erbärmlichen 3 bis 5 Prozent herum.

Unscheinbar

Warum die KPÖ ihre Pluspunkte in der Steiermark derart schnell verspielt hat, kann mehrere Gründe haben: Aus ihrem 2. Platz bei der Grazer Gemeinderatswahl entstand zunächst einmal: nichts. Als Verkehrsstadträtin ist die damalige Spitzenkandidatin Elke Kahr maximal mit negativen Stau- und Verkehrs- überlastungen in den Medien zu finden. Von der steirischen KPÖ ist generell (bis auf ein paar unscheinbare Plakate) kein Mucks zu hören – vom Wahlkampf keine Spur, von Ideen oder Inhalten schon gar nicht. Spitzenkandidatin Claudia Klimt-Weithaler ist zwar in der Steiermark keine Unbekannte, tritt aber so gut wie nie in Erscheinung. Das wundert ein wenig: Keine andere Partei liegt so knapp am Sein-oder-nicht-Sein im steirischen Landtag. Nicht zuletzt ist es vielleicht auch die Gesinnung, die der Partei nicht die gewünschten Erfolge bringt: Der Gedanke an eine Gesellschaft ohne Privateigentum ist wohl nicht das, was man als direkt zeitgemäß erachtet. Es hat seinen Grund, warum dieses Modell gescheitert ist. So, wie wohl auch die KPÖ am 24. November scheitern wird.

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