Kommentar: Wenn die Wahl zur Qual wird

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Foto: Montage/Chris Zenz

Nach den Wahlen ist vor den Wahlen – zumindest in der Steiermark. Während im Bund die mühsamen Sondierungsgespräche beginnen, sind die steirischen Landesparteien damit beschäftigt, ihre jeweilige Wahlkampfmaschine einem letzten Service zu unterziehen. Besonders hohe Motivation kann man den Parteimechanikern freilich nicht attestieren. Zu oft mussten Sie in letzter Zeit in die Schlacht ziehen: Bundespräsidentschaftswahlen, Nationalratswahlen, EU-Wahlen, Gemeinderatswahl. Gefühlt scheint ein permanenter Wahlkampf zu toben. Das zehrt am Nervenkostüm. Zunehmend schwieriger wird es, die vielen ehrenamtlichen Funktionäre immer wieder aufs Neue zu motivieren. Im Moment beschränkt sich der Wahlkampf auf den Austausch von kleinen Niedlichkeiten. So kursieren beispielsweise  Versprechervideos von Michael Schickhofer, wo er vom „unmenschlichen 60 Stunden-Tag“ spricht und offensichtlich die Woche meint. Umgekehrt meidet die SPÖ gemeinsame Auftritte mit Schützenhöfer wie der Teufel das Weihwasser. Die Hackln  werden in den nächsten Monaten freilich noch viel tiefer fliegen. Bemerkenswert ist, dass – ähnlich wie im Bund – auch im Land gerade zwischen ÖVP und SPÖ die Stimmung besonders vergiftet scheint.

Herausforderungen

Dabei war es diese Koalition, die als Reformpartner die Steiermark weiter gebracht hat. Nun, das Land ist noch lange nicht zu Ende reformiert. Gerade im Gesundheitsbereich sind die Herausforderungen riesig. Alleine deswegen sollten die Noch-Partner das politische Porzellan nicht völlig zerschlagen, sich weniger auf parteipolitisches Hickhack und mehr auf das Wohl des Landes konzentrieren.

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