Kommentar: Stellen s’ halt die richtigen Fragen

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Foto: Montage Chris Zenz

Verteidigunsministerin Klaudia Tanner hob sich mit ihrem Sager, wonach Airbus sie noch kennen lernen würde, wohltuend von der glatt gebügelten Kommunikationslinie der Türkisen ab. Wobei weniger Wohlmeinende die Aussage möglicherweise in einem anderen Sinne als abgehoben empfinden. Schließlich mag nicht jeder daran glauben, dass die abgebrühten Airbus-Manager ob der femininen Kraftmeierei der frischgebackenen Ministerin zähneklappernd und knieschlotternd klein beigeben werden. In Zeiten voll von aneinandergereihten, sich immer und immer wiederholenden Textbausteinen freut sich der Bürger halt über jeden aus der message control gefallenen Satz. Zu oft ignorieren die türkisen Regierungsmitglieder in Interviews Fragen und geben eingelernte Antworten. Beleidigt werden dann die Interviewer attackiert, weil die sich erdreisten, nicht jene Fragen zu stellen, die eben zu den gegebenen Antworten passen.

Content is king

In puncto Kommunikation sind Kanzler Sebastian Kurz und die Seinen dennoch professioneller aufgestellt als alle anderen Parteien. Keine Kunst, werden manche zu Recht einwenden, schließlich sind SPÖ und FPÖ nicht einmal in der Lage, des Kanzlers Fettnäpfchen in der Justizcausa für sich zu nützen. Die message control funktioniert also wie geschmiert. Noch. Man wird nämlich das Gefühl nicht los, dass diese „Professionalität“ schön langsam nervt. Und der Kanzler wird sich überlegen müssen, ob das Produzieren leerer Worthülsen langfristig erfolgreich sein kann. Denn selbst die Werbebranche weiß: content is king. Auf den Inhalt vergisst die neue ÖVP halt geflissentlich.

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