Kommentar: Sonderlinge sonder Zahl

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Foto: Montage Chris Zenz

Hasardeure und politische Glücksritter schießen wie Giftpilze aus dem Boden. Während der eine die USA und damit die ganze Welt im Würgegriff hat, ist sein optischer Zwilling dabei, sich des im Brexit-Chaos versinkenden britischen Königreichs zu bemächtigen. Südlich von uns sprengt ein rechtsradikaler Innenminister eine Regierung, weil seine Umfragewerte wegen flotter Sprüche und skrupellosen Verhaltens gut sind. Das Kalkül: sich durch Neuwahlen ganz nach oben katapultieren zu können. Auch in Brasilien ist der Karneval längst zu einer Ganzjahres-Veranstaltung geworden. Ein ebenfalls weit rechts gerichteter Präsident sieht tatenlos zu, wie der Regenwald, die Lunge des Planeten, abgefackelt wird. Man könnte meinen, all diese Witzbolde hätten sich gewaltsam an die Spitze geputscht und leben nun ihre bemitleidenswerte Exzentrik aus. Weit gefehlt! Jeder Einzelne wurde vom Volk demokratisch gewählt. Für ihre Anhänger sind sie freilich längst keine Politiker mehr, sondern vielmehr so was wie Popstars, denen man bedingunslos folgt. Und bei uns so?

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