Kommentar: So viel #wienliebe war noch nie!

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Foto: Maximilian Salzer

Was ist mit den Wienern los? Es wird immer weniger geraunzt! Gehörte es noch vor zehn Jahren zum guten Ton, Positives - wenn überhaupt - nur hinter vorgehaltener Hand zu äußern, bricht sich  Begeisterung immer häufiger spontan Bahn.  „Ned schlecht“, so der beiläufige Kommentar eines Passanten am Donaukanal, „urviele neue Mistkübel habens aufgstellt.“ Tatsächlich, keine Spur mehr von den Abfallbergen, die die feierwütige Corona-Crowd Nacht für Nacht hinterließ. Danke, MA 48!  Statt  reflexhaft zu strafen und jene zu sekieren, die auf öffentlichen Plätzen miteinander abhängen wollen, schafft man vernünftige Rahmenbedingungen.

Wir feiern den Wiener Lifestyle 

Genau dieses „leben und leben lassen“ macht den Reiz der Stadt aus. Und immer mehr WienerInnen stehen dazu, auf ihr Wien stolz zu sein:  Die Hashtags #wienliebe und #viennalove auf Instagram verzeichnen mehr als 400.000 Beiträge – bei weitem nicht alle wurden von Touristen gepostet. Es ist aufschlussreich, in diesen Fotos zu stöbern. Neben den unvermeidlichen Selfies beeindruckt der Mix.  Viel Grün ist zu sehen, interessante Architektur, unterschiedliche Stimmungen je nach  Tages- und Jahreszeit, junge gestylte Menschen beim Ausgehen, Feiern und Eis essen. So viel Wienliebe ist fast schon unheimlich. Aber keine Sorge. Spätestens die nächste Begegnung mit einem grantelnden Kaffeehaus-Kellner holt einen auf den Boden der Tatsachen zurück…

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