Kommentar: Sebastian Kurz ist kein Marcel Hirscher

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Foto: Montage Chris Zenz

Keine Frage. Sebastian Kurz wird diese Wahl gewinnen. Allerdings nicht in Marcel Hirscher-Manier, wie sich das so mancher nach dem Platzen der Koalition erhofft hat. Zu oft haben sich er und seine „Neue Volkspartei“ im Stangenwald des Wahlkampfs verirrt und mussten – um in der Schifahrersprache zu bleiben – sogar den einen oder anderen „Steher“ hinnehmen. Parteispenden, Datenlecks und Kleinkriege mit Journalisten haben ihre Spuren hinerlassen und an der Souverenität des Ex-Kanzlers gekratzt. Sein Glück ist, dass die politischen Mitbewerber im Pflugbogen durch die Tore schleichen. Allen voran der Langzeitkonkurrent SPÖ. Rendi-Wagner kam schon denkbar schlecht aus dem Starthaus und schafft es jetzt gerade mal, den Abstand nicht noch größer werden zu lassen. Manchmal hat man sogar das Gefühl, die SPÖ-Chefin weiß nicht genau, wo sich das Ziel befindet. Überraschend gut schlägt sich die FPÖ. Nach dem Einfädler auf Ibiza stieg man zurück und konnte das ausgelassene Tor noch irgendwie passieren. Dennoch: Mehr als der dritte Platz wird es wohl nicht werden. Die Nachbeben des Ibiza-Skandals sind doch stärker als erwartet und holen die Freiheitlichen immer wieder ein. Bleiben die „Exoten“ Neos, Grüne und Liste Jetzt. Beate Meinl-Reisinger bewegt sich solide zwischen den Toren. Mehr aber auch nicht. Sie müsste riskieren, eine direktere Linie fahren, um einen Stockerlplatz zu ergattern. Ähnlich sind die Grünen unterwegs. Werner Koglers Material ist zwar etwas veraltet, mit dem Klimaschutz als Rückenwind sollte aber mehr möglich sein. Bleibt Peter Pilz. Nun, das politische Urgestein wird es wohl nicht in den zweiten Durchgang schaffen. So long, Peter!

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