Kommentar: Schickhofers Tanz auf dem Vulkan

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Foto: Montage Chris Zenz

Was kümmert es die Eiche, wenn sich die Wildsau an ihr reibt. Dieses alte Sprichwort kommt einer Blaupause des Landtagswahlkampfes gleich. „Wildsau“ Michael Schickhofer wird, je näher der Wahltermin rückt, immer unruhiger, immer angriffiger. Vorbei sind die Zeiten des gemeinsamen Wollens, der Zukunftspartnerschaft. Schon klar: als Stellvertreter ist es nicht einfach, Profil zu gewinnen, noch dazu gegen einen Politprofi wie Hermann Schützenhöfer. Da muss man dann von Zeit zu Zeit mal etwas tiefer im Schmutzkübel wühlen. Manchmal wird man aber das Gefühl nicht los, dass Schickhofer „All in“ geht, wie es im Pokerjargon heißt – gehen muss, um den Totalabsturz zu verhindern. Böse Zungen behaupten ja, er habe sich bei seiner Bundesparteiobfrau Tipps geholt. Immerhin hat sich Rendi-Wagner mit ihrem Kurz-Bashing auf beachtliche 21,7 Prozent katapultiert. So würde auch in der Steiermark die Richtung stimmen.

Gefährliches Spiel

Währenddessen ist der Landeshauptmann in Erwartung eines Wahlsiegs tiefenentspannt. Man weiß freilich, dass Schützenhöfer, wenn der Bogen überspannt wird, durchaus nachtragend sein kann. Vor allem dann, wenn es um die Gefährdung eines so wichtigen Projektes wie des „Leitspitals“ geht. Schickhofer muss also vorsichtig sein. Wenn ihm nach den Wahlen die Tür vor der Nase zugeschlagen wird und der Wahlsieger eine andere Koalition präferiert, kann das ganz schnell das politische Aus bedeuten. Da hilft es dann auch nichts, dass er uns auf gesponserten Facebook-Postings seine Visionen erzählt. Apropos: Ist Facebook nicht auch einer dieser bösen amerikanischen Konzerne wie Coca Cola, deren Bekämpfung sich Schickhofer gerne auf die Fahnen heftet? Aber das ist halt eine andere Geschichte.

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