Kommentar: Reformen ja, aber nicht bei mir

Wer Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer ein wenig kennt, weiß, dass ihn so ein kleiner obersteirischer Föhnsturm nicht gleich ins Wanken bringt.

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Foto: Montage Chris Zenz

Spätestens seit der Gemeindestrukturreform ist klar, dass „Umfallen“ nicht auf seiner Agenda steht. Aus ähnlichem Holz ist Gesundheitslandesrat Christopher Drexler geschnitzt. Reibung hat für den Kronprinzen seit jeher wohlige Wärme erzeugt. Man erinnere sich nur an die Sträuße, die er mit Alt-Landeshauptmann Voves ausgefochten hat. Daher ist es nicht weiter verwunderlich, dass die beiden trotz der verlorenen Volksabstimmung in Liezen eisern am steirischen Gesundheitsplan festhalten. Schließlich hat man mit Widerstand gerechnet. Und er ist aus der Sicht der Betroffenen auch verständlich. Jeder Bürger möchte ein bestens ausgestattetes Krankenhaus um die Ecke vorfinden. Nur, das spielt es halt aus verschiedenen Gründen nicht.

Falsche Signale

Schützenhöfer wird sich aber auch an die schmerzliche Niederlage bei den Wahlen 2015 erinnern. Das damalige Minus betrug für beide Regierungsparteien fast neun Prozent und ist zu einem gewissen Teil wohl auf die Gemeindestrukturreform zurückzuführen. Ähnliches könnte bei den Wahlen im nächsten Jahr passieren. Da müssen uns jetzt auch wir Bürger einmal hinterfragen. Bei jeder Gelegenheit fordern wir von der Politik Reformen ein, strafen aber dann jene ab, die selbige umsetzen, frei nach dem Motto: Reformen ja, aber nicht bei mir. Das ist ein fatales Signal an Politiker, die etwas zum Positiven verändern möchten. Hermann Schützenhöfer hätte es sich leicht machen und die notwendigen Gesundheitsreformen der nächsten Generation überlassen können. Das hat er nicht getan und das ist ihm hoch anzurechnen.

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