Kommentar: Neos und Grüne in den Startlöchern

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Foto: Montage Chris Zenz

Den großen Kindern immer nur beim Spielen zuzuschauen, macht auf Dauer keinen Spaß. Neos und Grüne scheinen daher fest entschlossen, nach dem 29. September ins Spiel einzugreifen und ihre Rolle als Zaungast aufzugeben. In so manchem pinken und grünen Hirn wird wohl auch schon über mögliche Ministerposten spekuliert. Nicht ganz zu Unrecht. Aktuell besagen die Umfragen schließlich, dass sich auch Koalitionen jenseits der in der 2. Republik üblichen ausgehen könnten. Gerade die Grünen scheinen dahingehend Gelüste zu entwickeln. Nach annähernd vier Jahrzehnten in Opposition möchte man nun endlich in die erste Reihe. Sollte eine Regierungsbeteiligung tatsächlich gelingen, wäre dies wohl ein Politcomeback, das man normalerweise nur der FPÖ zutrauen würde (bin weg, bin wieder da). Und auch bei den Neos ist der Appetit auf fette Regierungsämter spürbar. Spätestens seit man beim Misstrauensantrag gegen Sebastian Kurz nicht mitgegangen ist, war klar, dass sich Beate Meinl-Reisinger in Stellung bringt. Es sei dahin gestellt, ob sie sich damit wirklich einen Gefallen getan hat.

Risikominimierung

Durch die Ereignisse der letzten Tage (Hausdurchsuchungen) ist die Chance auf eine Regierungsbeteiligung der „Kleinen“ sogar noch gestiegen. Kaum vorstellbar, dass Sebastian Kurz noch einmal ein türkis-blaues Experiment wagt. Die Stimmungslage bei der FPÖ ist wohl zu toxisch, das Risiko eines nochmaligen Scheiterns zu groß. Das Liebäugeln mit einer Regierungsbeteiligung birgt aber auch Gefahren. Wenn Neos und Grüne nämlich vorschnell auf angriffige Oppositionspolitik verzichten, kann das nach hinten losgehen und am Ende steht man einmal mehr mit leeren Händen da.

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