Kommentar: Milliardäre! Bitte freiwillig melden!

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Foto: Montage Chris Zenz

Jeff Bezos ist der reichste Mann der Welt. Er besitzt ein Vermögen von rund 131.000.000.000 US Dollar. Für jene, die weniger zahlenaffin sind: Das sind 131 Milliarden. Der Mann hat Amazon gegründet, gilt gleichermaßen als hochintelligent und gnadenlos. Bezos macht keine Gefangenen. Davon wissen auch die stationären Händler ein Lied zu singen. Bezos Auftrag scheint klar: die Zerstörung des weltweiten Einzelhandels.

Insgesamt gibt es rund um den Globus 2.153 Dollarmilliardäre, sie besitzen sechzig Prozent der Welt. Neun davon kommen aus Österreich. Bis vor Kurzem waren es nur acht, dann fand ein gewisser Gaston Glock Aufnahme in die illustre Gesellschaft. Ja, Waffenverkauf ist in diesen Zeiten ein einträgliches Geschäft. Insgesamt sind diese neun „Team Austria“-Milliardäre rund 40 Milliarden Euro schwer. Das ist ziemlich genau jene Summe, die die österreichische Bundesregierung zur Bewältigung der Corona-Krise bereitgestellt hat.

Nun, ich bin ja ein unverbesserlicher Optimist und gehe davon aus, dass wir dieses, uns alle peinigende, Virus besiegen werden. Bis dahin wird Corona ganze Arbeit geleistet haben. Auf eine Vielzahl an Toten folgt der wirtschaftliche Supergau. Staaten auf der ganzen Welt müssen Milliarden in die Rettung ihrer Volkswirtschaften pumpen. So auch das kleine Österreich. Wir stehen zwar dank der guten Konjunktur und der Niedrigzinspolitik der letzten Jahre ganz gut da, Investitionen dieser Größenordnung werden aber trotzdem ein tiefes Loch in unsere Staatskasse reißen. Geplante Steuerentlastungen werden wohl frühestens am Sankt-Nimmerleins-Tag möglich sein.

Der Begriff „Vermögenssteuer“ löst bei vielen Österreichern einen regelrechten Würgereiz aus. Und da es bis jetzt allen relativ gut gegangen ist, fand dieser Ansatz nie wirklich breite Zustimmung. Nun ist die Situation eine völlig andere. Keine Angst, das wird jetzt kein Reichen-Bashing, aber es ist halt auch nicht einzusehen, dass der kleine Angestellte und der kleine Gewerbetreibende diese Last alleine schultern soll.

Es wäre daher wohl nicht zu viel verlangt, wenn man die Superreichen dieses Landes zu einer Solidarabgabe „überreden“ würde. Noch besser wäre es freilich, wenn ein solcher Vorschlag aus diesen Kreisen selbst käme. Bis jetzt habe ich nichts gehört. Vielleicht weil es zu naiv gedacht ist?

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