Kommentar: Intelligenz gewinnt keine Wahlen

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Foto: Montage Chris Zenz

Pamela Rendi-Wagner ist zweifelsohne eine intelligente Frau. Und doch kommt sie nicht vom Fleck. Ganz deutlich wird das beim EU-Wahlkampf. Während sich Bundeskanzler Kurz selbst in die Schlacht wirft, muss SPÖ-Spitzenkandidat Andreas Schieder auf die Unterstützung seiner Parteichefin warten. Schon Ex-Bürgermeister Michael Häupl wusste: „Wahlkampf ist Zeit fokussierter Unintelligenz“. Demgemäß scheint Intelligenz bei Wahlen eher hinderlich zu sein. Nein, da helfen keine durchdachten Konzepte, oder gar langfristige Strategien für das Wohl der Bevölkerung. Da geht es nur darum zu gewinnen. Und gewinnen wird nicht die Partei, die das beste Programm hat, sondern jene, der es gelingt, die Menschen emotional aufzuladen. Und da sind ÖVP und FPÖ den anderen Parteien meilenweit voraus. Es hört sich halt verdammt gut an, wenn man – wie Sebastian Kurz – die Regulierungswut der EU anprangert. Da ist es auch völlig wurscht, dass man selbst Teil der mit Abstand größten Europa-Fraktion ist und so manche unliebsame Verordnung mitbeschlossen hat. Wir, das kleine Österreich gegen die Brüsseler Bürokraten, die Elite, die nicht unser, sondern nur ihr eigenes Wohl im Blick hat. Die FPÖ hingegen pfeift ohnehin auf Europa-Politik. Da zettelt man lieber einen Kleinkrieg gegen Armin Wolf an. Das bringt mehr Stimmen.

Fremdsprache

​Der SPÖ fehlt diese kaltschnäuzige Hemdsärmeligkeit. Pamela Rendi-Wagner, Andreas Schieder und Thomas Drozda vermitteln vielmehr den Eindruck, in einem sozialistischen Elfenbeinturm zu sitzen und in kleinen Zirkeln bei Barolo und Zigarre die vermeintlichen Probleme des kleinen Mannes zu diskutieren. Der kleine Mann aber versteht diese Sprache schon lange nicht mehr.

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