Kommentar: IHS und Wifo oder wollt ihr das totale Versagen?

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Foto: Montage Chris Zenz

Wenn das IHS und das Wifo zum Beraterstab der Regierung zählen – und davon ist auszugehen – muss man mit dem Schlimmsten rechnen. Während beide Institute Ende März noch von einem Budgetdefizit von maximal 2,5 Prozent und von einer raschen Erholung der Wirtschaft ausgingen, hat man nun die Prognosen auf ein Minus von 6 Prozent hinauf korrigiert. Und selbst das wird noch nicht reichen. Für dieses unfassbare Versagen kann es nur zwei Gründe geben:

1. Totale Inkompetenz oder
2. Regierungshörigkeit bis zur Selbstaufgabe

Sie können sich jetzt einen der Gründe aussuchen – beide sind für die Forscher wenig schmeichelhaft. Das Fatale daran ist, dass diese Institute mit hoher Wahrscheinlichkeit die wirtschaftlichen Prognosen lieferten, die zum Shutdown geführt haben. So nach dem Motto: Na, Herr Bundeskanzler, das wird eh nicht so schlimm. Eine kleine Delle. Das Nulldefizit wird sich wohl nicht ausgehen, aber a paar Wochen könn' ma den Laden schon zudrehen ohne dass es brenzlig wird.

Inzwischen ist den „Wirtschaftsforschern“ offensichtlich klar geworden, dass ihre propagierte V-Theorie, nämlich schnell runter und dann schnell wieder rauf, wohl nicht mehr als blanker Unsinn ist. Jetzt versucht man es mit einem U – man will ja optimistisch bleiben. Vielleicht könne es auch bis zum Jahr 2023 dauern, bis wir das Vorcorona-Niveau wieder erreichen. Passender wäre vielleicht der Buchstabe W – für Wappler.

Man fragt sich, ob diese Leute von allen guten Geistern verlassen sind. Man fragt sich, ob diese Herrschaften auch Philosophie studiert haben – so wie unser Finanzminister. Man fragt sich, ob einer von diesen Forschern jemals in der Wirtschaft gearbeitet hat.

Zugegeben: Prognosen sind in diesen Zeiten nicht einfach. Aber jeder, der ökonomisch nicht völlig unbeleckt ist, wusste schon zu Beginn des Shutdowns, dass wir auf eine veritable Wirtschaftskrise zusteuern. Nur unsere Wirtschaftsforscher zeigen sich jetzt überrascht. Ich will damit gar nicht den Shutdown als solches in Frage stellen. Das ist aus jetziger Sicht nicht zu beurteilen. Aber man muss sich angesichts solcher Wirtschaftsforscher um die ökonomische Entwicklung dieses Landes ernsthafte Sorgen machen.

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