Kommentar: HC Straches Mut zur Lächerlichkeit

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Foto: Montage Chris Zenz

Das war schon ein recht trauriges Bild, das der gute HC Strache bei seiner Aschermittwoch-Rede abgab. Die müden Witzchen über die politischen Mitbewerber passten zu den müden Augen des einstigen Bierzelt-Königs. Das schüttere Auditorium – vielleicht schafften viele wider Erwarten die vorgeschriebene 2-Promille-Grenze der Bettelalm nicht – johlte mehr gequält als tatsächlich belustigt. Man wurde den Eindruck nicht los, dass der Ibiza-Gebeutelte ohne den genialen Redenschreiber Herbert Kickl nicht mehr ist, als ein Messerblock-Verkäufer auf einem Shoppingkanal. Nur einmal, als er sich großmäulig zum Herausforderer von Wiens Bürgermeister Ludwig aufschwang, blitzte HCs kabarettistisches Talent auf. Da konnte man in den Gesichtern der hartgesottenen Fans so etwas wie Hoffnung entdecken. Oder war es doch Fremdscham?

Ausgedinge

Auf Twitter bezeichnete der ehemalig Kurier-Herausgeber Peter Rabl diese Kampfansage als „Mut zur Lächerlichkeit“. Und genau dieser gibt sich der gefallene Polit-Star mehr und mehr preis. Was Strache jetzt dringend brauchen würde, ist ein guter Freund, einer, der ihm sagt: Heinz-Christian, lass es, du machst dich nur zum Affen. Aber viele Freunde sind ihm halt nach Ibiza nicht geblieben. Außer ein paar drittklassiger Weggefährten haben ihm seine ehemaligen Claqueure samt und sonders den Rücken gekehrt. Und Ehefrau Philippa, die als wilde Abgeordnete selbst ein parlamentarisches Quarantäne-Dasein führt, scheint auch nicht jenes Korrektiv zu sein, das ein vom Thron Gefallener braucht. Selbst wenn er den Einzug in den Wiener Gemeinderat schafft, ist das nicht mehr als HCs politisches Ausgedinge.

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