Kommentar: HC Strache auf Lugners Spuren

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Foto: Montage Chris Zenz

Hannes Kartnig war es, Richard Lugner ist es und die Kardashians werden es wohl für immer und ewig sein: befallen vom Virus der Mediengeilheit. Nun scheint ein weiteres Mitglied in dieser illustren Runde Aufnahme zu finden. Die Rede ist von niemand geringerem als dem Ex-Vizekanzler der Republik, HC Strache, Hauptdarsteller eines weltweit erfolgreichen Blockbusters. Man könnte meinen, allein das Ibiza-Video sichere dem blauen Urgestein ohnehin Popularität bis zum Ende seiner Tage und zukünftig würde er ein Leben wie ein Popstar führen, ständig auf der Flucht vor lästigen Paparazzi. Demgemäß müsste der gute Strache eigentlich ein dringendes Bedürfnis nach Privatheit, abseits von Fernsehkameras und Facebook-Postings, haben. Weit gefehlt. Genug ist nicht genug, sagt sich Heinz Christian und lässt sich bei einer Anti-Nichtraucher-Demo von einem unbelehrbaren, zutiefst lächerlichen Grüppchen als Revolutionsführer feiern. Da liegt einiges im Argen – vor allem in psychischer Hinsicht.

B-Promi

Es kann für einen solchen Auftritt nur zwei Gründe geben. Entweder Strache möchte tatsächlich bei den Wien-Wahlen mit einer Liste antreten (Parteiname: FLK-„Freiheit für Lungenkrebs“) oder er schafft den Weg in die Anonymität nicht. Wahrscheinlich ist es eine Mischung aus beidem, die ihn als Robin Hood der Süchtigen auftreten lässt. Strache hat zwar im Vergleich zu anderen FPÖ-Proponenten geradezu den Status eines Kuschelbären, leid tun muss er einem aber nicht. Es ist eher wie bei einem Verkehrsunfall. Obwohl es grauslich ist, kann man nicht wegschauen – das Erfolgsrezept aller B-Promis. Vielleicht schafft es HC ja eines Tages ins Dschungelcamp. Wir gönnen es ihm.

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