Kommentar: Egal, was andere denken

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Foto: Montage/Chris Zenz

Wie es wohl ist, genau zu wissen, dass man am Arbeitsplatz eine Persona non grata ist? Dass niemand davon begeistert ist, wenn man den Raum betritt, und dass man letztendlich nichts bewirken kann, weil man keine Verbündeten hat? Philippa Strache will sich als wilde Abgeordnete durch den Nationalrat schlagen – ohne parteiliche Unterstützung, ohne Rückhalt, ohne nach ihren Reden mit Applaus rechnen zu können. Ihr Ausschluss aus der FPÖ sei ihr aber „ohnehin wurscht“, erklärte sie kämpferisch in diversen Interviews. Natürlich: Die rund 8.750,– Euro brutto, die sie monatlich als Nationalratsabgeordnete verdient, sind bestimmt ein ganz nettes Schmerzensgeld für die bösen Blicke und abfälligen Kommentare, mit denen sie zu rechnen hat. Noch dazu braucht die Familie Strache das Geld jetzt ja wohl dringend, nachdem Ehemann H.C. derzeit quasi arbeitslos durchs Leben tingelt und sich die Zeit mit fragwürdigen Postings vertreibt.

Lass die anderen reden

Aber trotz der durchaus verlockenden Bezahlung: Wie frustrierend muss es wohl sein, wenn es letztendlich völlig egal ist, ob man sich für etwas einsetzt oder stattdessen den ganzen Tag Zeitung liest oder YouTube-Videos ansieht? Um mit einer solchen Situation (eventuell) fünf Jahre lang umgehen zu können, benötigt es schon eine ordentliche Portion an Selbstbewusstsein und Resilienz. Keine Frage: Die Straches sind definitiv keine Sympathieträger und was sie in letzter Zeit abgezogen haben, war eher letztklassig. Aber eine derart gelassene „Redet doch, was ihr wollt, ich zieh mein Ding durch“-Mentalität hat ja fast ein wenig Respekt verdient.

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