Kommentar: Der Hype rund um das Virus

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Foto: Montage Chris Zenz

Es ist ein regelrechter Hype: Das Coronavirus ist Thema Nummer 1, und zwar in nahezu absurder Form: Lustige Corona-Sprüche machen auf WhatsApp und Facebook die Runde, bei den Fashion Weeks wird stylischer Mundschutz als Accessoire getragen und inzwischen kursieren zahlreiche Tipps, wie man sich vor dem Virus schützen kann. Ein Blick in die Medien: Coronavirus. Soziale Netzwerke: Coronavirus. Jemand hustet: Coronavirus. Verschwörungstheorien über eine absichtlich verbreitetete Krankheit (wahlweise entweder um die Pharmaindustrie anzukurbeln oder um von anderen Skandalen abzulenken) werden laut, der Absatz von Desinfektionsmitteln und Atemmasken steigt rapide. Die ganze Welt scheint im Ausnahmezustand zu sein.

Die Lust am Gruseln

Dabei vergisst man schnell, dass beispielsweise mit SARS (übrigens auch ein Virenstamm aus der Corona-Familie) schon einmal eine Pandemie zu beobachten war, die sich letztendlich relativ rasch wieder eindämmen ließ. Oder, dass die Grippe als weitaus gefährlicher eingestuft wird und deutlich mehr Todesopfer fordert als eine Infektion mit dem aktuellen Coronavirus. Vielleicht will man es auch einfach vergesssen – weil der Gedanke an ein unheimliches, sich unsichtbar ausbreitendes Virus den Leuten in einem (quasi unbetroffenen) Land wie Österreich einen kleinen Schauer über den Rücken jagt – wie bei einem guten Gruselroman oder einem spannenden Horrorfilm. Natürlich: Jede Ansteckung ist eine Ansteckung zu viel, und der Ernst der Lage ist nicht von der Hand zu weisen. Aber, dass hier auch einfach ein wenig „virale“ Unterhaltung geboten wird, kann man wohl nicht leugnen.

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