Kommentar: Das Geschäft mit der Angst

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Foto: Montage Chris Zenz

Jetzt haben wir gerade mal die Angst vor den flüchtenden Syrern einigermaßen überwunden und erkannt, dass nicht jeder von ihnen ein Vergewaltiger und/oder Messerstecher ist, schon steht die nächste Bedrohung auf. Unser Klima ist in Gefahr, der baldige Weltuntergang scheint eine ausgemachte Sache zu sein. Anders ausgedrückt: Klimaphobie folgt auf Xenophobie. Wie immer profitieren politische Gruppierungen von derlei Entwicklungen. Während beim Asylthema in erster Linie die FPÖ punkten konnte, sind es beim Klima die Grünen. Die Angst vor dem Kollaps treibt ihnen die Wähler in Scharen zu. In Deutschland liegt die Ökopartei in Umfragen mittlerweile gar vor den großen Volksparteien CDU und SPD. Die österreichischen Grünen, die sich über Jahre in Randthemen wie „richtiges Gendern“ verfangen haben, hinken da noch gewaltig hinterher. Der hemdsärmelige Werner Kogler jedoch hat den Resetknopf gefunden und scheint die Grünen in eine rosige Zukunft zu führen – falls ihm die Klimakatastrophe nicht dazwischen kommt.

Politik der Angst

Was wir daraus lernen: mit optimistischen Konzepten lässt sich keine Wahl gewinnen. Man muss den Menschen richtig Angst einflößen, den politischen Gegner als apokalyptischen Reiter darstellen, dann ist man an der Wahlurne erfolgreich. Gewinnen werden jene, deren Angstparolen stärker greifen. Was ist gefährlicher? Die übers Mittelmeer kommenden Asylanten oder der Klimakollaps? Wahrscheinlich wäre jetzt der richtige Zeitpunkt für eine neue Partei, eine, die sowohl Xenophobie als auch Klimaphobie in ihrem Programm hat. Eine absolute Mehrheit wäre einer solchen Gruppierung sicher.

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