Kommentar: Alle gegen einen: Schwedens Weg in die Isolation

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Foto: Montage Chris Zenz

Ich will ja den Teufel nicht an die Wand malen. Aber stellen Sie sich für einen Moment folgendes Szenario vor:

Es ist ein Jahr nach Corona. Eine von unabhängigen internationalen Wissenschaftlern erstellte Studie besagt, dass der schwedische Weg der erfolgreiche war – sowohl was Mortalität als auch was ökonomische Performance betrifft. Während die ehemaligen Corona-Musterschüler in besagter Studie für ihren Lockdown-Weg hart kritisiert werden, steht Schweden als Primus da. In der Schlussbemerkung der Studie heißt es: Schweden hat nicht sofort in den Panikmodus geschalten, sondern zunächst analysiert und dann die richtigen Schritte gesetzt. Sie haben die Krise von mehreren Blickwinkeln betrachtet und auch die Folgen eines Lockdowns in ihre Überlegungen mit einbezogen. Zu Beginn der Krise war die Sterblichkeit zwar höher als in anderen Ländern, rechnet man jedoch die der Wirtschaftskrise geschuldete höhere Mortalität hinzu, kommen die Autoren zu dem Schluss, dass Schweden als eine der wenigen Nationen den richtigen Weg eingeschlagen hat.

Schon klar, eine solche Studie wird selbstverständlich nie publiziert. Und selbst wenn, kann es auch in diesem Bereich keine letztgültige Wahrheit geben. Schon gar nicht, wenn das Match „alle gegen einen“ lautet. Es wäre ja eine unfassbare Schmach für so gut wie jede Regierung, wenn ihnen völlig überzogener Alarmismus und damit die Zerstörung der Weltwirtschaft nachgewiesen werden würde. Schon alleine deswegen lässt man an der oben beschriebenen Studie kein gutes Haar. Wie das geht? Immer nach dem gleichen Muster: Zunächst diskreditiert man die Auftraggeber, dann die Autoren der Studie und schließlich die Studie selbst. Diese sei unwissenschaftlich, vereinfachend und überhaupt nicht breit genug angelegt – was immer das heißen mag. Und wenn das alles nichts hilft, gibt man halt eine eigene Studie in Auftrag, die hoffentlich die gewünschten Ergebnisse bringt.

Manche werden mich jetzt für einen Verschwörungstheoretiker halten. Nur zu. Damit kann ich leben. Im Übrigen möchte ich darauf hinweisen, dass nicht jeder, der an die Korrumpierbarkeit von Macht glaubt, ein Verschwörungstheoretiker ist. Also nehmen wir einmal an, diese Studie würde tatsächlich so publiziert werden, die Konsequenzen für alle Regierenden, ob links- oder rechtsgerichtet, wären fatal. Sofort würden die durch die Krise gesteigerten Popularitätswerte in den Keller rasseln und so mancher Regierungschef müsste seinen Hut nehmen. Das werden die Herrschaften gar nicht prickelnd finden.

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