Kampagne „Nein zum Öxit“ – haben wir nächstens echt ein Referendum dazu?

Als es vor ein paar Monaten in Großbritannien darum ging, die Menschen dazu zu bewegen, in der Wahlzelle beim Referendum für oder gegen den Brexit abzustimmen, wurde medial mit allem aufgefahren, was möglich war. Zeitungen stellten sich mit ihrer gesamten Blattlinie für oder gegen den Austritt aus der Europäischen Union. Weil es darum ging, die Menschen am Tag X zur gewollten Entscheidung zu bewegen. Zu einem „Ja“ oder „Nein“ zum Brexit.

Peter Siegmund bloggt auf derkommunikator.at und auf weekend.at
Peter Siegmund bloggt auf derkommunikator.at und auf weekend.at Foto: Peter Siegmund

Hab’ ich jetzt bei uns was verpasst? „Nein zum Öxit“ wird in mehreren Zeitungen inseriert. Ein Blick auf die angegebene Homepage macht klar, dass es dabei um eine Initiative gegen die Wahl von Norbert Hofer zum Bundespräsidenten handelt. Aber: Muss man das wissen? Auch wenn schon vor Monaten eine ähnliche Serie geschaltet wurde?

Falls man es nicht weiß – ich weiß dafür mittlerweile, dass das so manchem nicht klar ist – frage ich mich einfach, was diese Inserate sollen. Denn eine Möglichkeit, definitiv über eine Öxit abzustimmen, steht ja nicht ins Haus, oder? (Und da soll sich Herr Hofer noch so kryptisch darüber äußern – beim Gedanken daran, dass er, im Falle seiner Wahl, den Öxit im Alleingang durchziehen könnte, ist’s schade um die Luft, die man dabei veratmet.)

Keine diesbezügliche Gefahr im Verzug also. Was kommt als nächstes als Inseratenthema? Nein zum Sonnenaufgang im Osten? Ja zum Nasswerden beim Schwimmen? Nein zur Kälte im Winter? Ja zu Rädern am Auto?

Hofer zu wählen heißt nicht, für einen Öxit zu votieren. Eine Inseratenkampagne „Nein zu Hofer“ wäre klar, ehrlich und nachvollziehbar. Aber es folgen sicher auch wieder Inseratensujets, in denen klar wird, worum’s eigentlich geht. Und für sein Geld kann, ob verständlich oder nicht, wirklich jeder schalten, was er möchte.

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