St. Veiter Mediziner sind Pankreas-Spezialisten

Pankreas-Krebs ist eine heimtückische Erkrankung, weil sie immer noch schwer zu diagnostizieren ist. Rund 150 Kärntner erkranken jedes Jahr, 80 davon werden im KH der Barmherzigen Brüder in St. Veit behandelt. Das Ordensspital ist eines von österreichweit zwei Zentren, die sich auf Krebsbehandlungen der Bauchspeicheldrüse und des Darms spezialisiert haben.

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Chirurgische Höchstleistung: 4 bis 6 Stunden dauert eine Operation an der Bauchspeicheldrüse – wie die Entfernung eines Tumors Foto: Helge Bauer

Dass ein so kleines Organ, so eine Unheil anrichten kann: Die Bauchspeicheldrüse produziert Hormone, die den Blutzuckespiegel regeln und Verdauungsenzyme, die einen wichtigen Beitrag zur Spaltung der Nahrungsbestandteile leisten. Das Organ, in der Medizin Pankreas genannt, liegt vesteckt hinter dem Magen und ist zudem umgeben vom Darm. Aufgrund dieser Lage ist es selbst für Ärzte schwierig, eine Erkrankung des Organs rechtzeitig zu diagnostizieren. Pankreas-Krebs ist daher immer noch allzu oft ein Zufallsbefund, der rund 150 Kärntnern jährlich gestellt wird. Etwa 80 der Erkrankten lassen sich im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in St. Veit behandeln. Das Ordinesspital ist übrigens eines der österreichweit zwei Zentren, die auf diese Krebsart spezialisiert sind. 

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Pankreas – kleines Organ mit großer Wirkung Foto: Depositphotos.com

Interdisziplinäres Team

Für Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse hat das St. Veiter Krankenhaus ein spezielles, interdisziplinäres Behandlungszentrum unter der Leitung von Jörg Tschmelitsch aufgebaut, um für jeden Patienten das beste Ergebnis zu erzielen. Chirurgen, Anästhesisten, Strahlen- und Nuklearmediziner, Onkologen, Gastroenterologen, Pathologen und andere Disziplinen arbeiten im Zentrum fachübergreifend zusammen. Eingebunden sind auch niedergelassene Ärzte und Pflegedienste. Tumore im Bauchraum können so in konstant hoher onkologischer Qualität behandelt werden.

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Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit/Glan betreibt als eines der wenigen Spitäler in Österreich ein spezialisiertes Viszeralonkologisches Zentrum Foto: HF Pictures

Symptome

Doch der Krörper gibt - leise - Warnsignale, die einen hellhörig machen sollten. Dazu gehören vermehrte Übelkeit, Oberbauchschmerzen, unerklärlicher Gewichtsverlust und Durchfall.  Bei bis zu 30 Prozent der Patienten kann der Tumor miz einer Operation vollständig entfernt werden. Neue Medikamente und moderne Therapieverfahren ermöglichen aber auch in fortgeschrittenem Stadium eine verbesserte Behandlung. Da das Pankreaskarzinom aufgrund seiner außerordentlichen Aggressivität ein hohes Rückfallrisiko hat, ist auch die Nachsorge wichtig, um im Fall des Falles möglichst schnell reagieren zu können. 

Bewusstsein schaffen

Der 21. November wurde als Weltpankreastag ausgrufen, an dem man versucht, das Bewusstsein für die heimtückische Erkankung zu schärfen. 

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Jörg Tschmelitsch und sein interdisziplinäres Team am KH der Barmherzigen Brüder in St. Veit sind Spezialisten für Bauchspeicheldrüsen-Krebs Foto: HF Pictures

Experteninterview

Wie ist der Status quo bezüglich des Pankreaskarzinoms in Kärnten?
Tschmelitsch: Über dievergangenen zehn Jahre war die Rate der Neuerkrankungen beim Karzinom relativ stabil. Es werden aber durch verbesserte bildgebende Verfahren deutlich häufiger bei Routineuntersuchungen Veränderungen entdeckt, die Vorläufer einer Krebserkrankung sein können. Dadurch werden häufiger Operationen in frühen Stadien möglich. Die Kunst ist, im Vorfeld harmlose Veränderungen von Krebsvorläufern zu unterscheiden. Auch deshalb sollte man sich in einem Zentrum behandeln lassen.

Bei wie viel Prozent der Betroffenen ist das Pankreaskarzinom nicht mehr heilbar?
Tschmelitsch: Das hängt vom Stadium bei der Diagnose ab. Der Prozentsatz der nicht mehr heilbaren Erkrankungen liegt bei circa 70 Prozent. Mit heutigen multimodalen Methoden lassen sich aber auch bei Patientinnen mit unheilbaren Erkrankungen lange Lebensphasen mit guter Lebensqualität erreichen 

Welche Altersgruppe ist besonders betroffen?
Tschmelitsch: Der Altersgipfel liegt zwischen 60 und 70 Jahren bei ungefähr gleicher Geschlechterverteilung.

Bei der Operation wird ja nicht nur der Tumor entfernt, sondern auch ein Teil der Bauchspeicheldrüse. Reicht der verbliebene Rest für ein normales Leben?
​Tschnelitsch: In aller Regel ja, da mit modernen Medikamenten die postoperative Einstellung der Hormonfunktionen gut möglich ist. Selbst das völlige Fehlen der körpereigenen Insulinproduktion und die folgende Zuckerkrankheit lassen sich meist gut behandeln.