Lizenz zum Staunen: James Bond kehrt zurück

007 kehrt nach Sölden zurück! Im Inneren des Gaislachkogls, auf 3.050 Meter Seehöhe, eröffnet die weltweit erste James-Bond-Erlebniswelt.

Daniel Craig Spectre
Für "Spectre" machte Daniel Craig auch Halt in Österreich Foto: ED/Camera Press/picturedesk.com

Eine futuristische Bergklinik mitten in Schnee und Eis. Daniel Craig alias James Bond trifft dort auf Madeleine Swann (Léa Seydoux), die kurz darauf entführt wird. Die Szene gipfelt in einer spektakulären Verfolgungsjagd im Schnee – mit Geländefahrzeugen und einem Flugzeug. Diese Schlüsselszenen aus "Spectre", dem 24. Film der James-Bond-Reihe, sind jedem Fan ein Begriff. Vor allem jedem österreichischen. Immerhin war Sölden Drehort dieser Einstellungen – und wird nun auch Standort von "007 Elements", das direkt neben dem Ice Q entsteht, das im Film als Bergklinik dient. Offiziell wird die Erlebniswelt hoch über dem Ötztal zwar erst am 12. Juli eröffnet. Doch wir konnten uns bei ­einem exklusiven Rundgang bereits ein Bild machen. Soviel sei schon verraten: Die rund 1.300 Quadratmeter große Erlebniswelt hat nichts mit einem klassischen Museum zu tun. Der spektakuläre Bau, der über einen Tunnel betreten wird, verspricht vielmehr einen Einblick in die Welt von James Bond – inklusive cooler Atmosphäre, Tech-Lab, und einem Blick hinter die Kulissen.

Retro

Ein dunkler Tunnel mit dem bekannten Introfilm – gespiegelt von reflektierenden Wänden – und der einprägsamen Musik bildet den Eingang in die Welt von 007. Was auf den ersten Blick retro wirkt, ist ein wunderbarer Einstieg in eine James-Bond-Welt, die nicht nur Spectre widerspiegelt, sondern stellvertretend für die Filmsprache in allen Filmen steht. 24- mal war Bond im Auftrag von MI6 unterwegs, um die Welt zu retten. Die Erfolgsformel war immer ein Mix aus den Charakteren samt Bond-Girls, atemberaubenden Locations, einem bestens ausgestatteten Tech-Lab und Stunts, die für jede Menge Action sorgen. Und genau an dieses Rezept hält sich auch 007 Elements. Die ersten drei Räume stimmen dementsprechend mit Filmen und Grafiken auf das Erlebnis ein. Die restlichen Räume locken mit Installationen, Originalexponaten und einigen Zuckerln.

Tech-Lab

Ein Highlight ist sicherlich das Tech-Lab, das architektonisch an die Londoner U-Bahn-Tunnel erinnert – angelehnt an Szenen aus Skyfall. Q versorgt hier James mit den neuesten Hightech-Spielereien. Dementsprechend sind hier auch einige Original-Requisiten zu finden. So eine Walther: PPK mit Handabdruckscanner, der goldene Colt aus "Der Mann mit dem goldenen Colt", ein Vitalzeichenscanner sowie eine Uhr mit ganz besonderen Raffinessen – und ein Modell des Jaguar C-X75. Immer mit interaktiven Features, die einen selbst in die Rolle ­eines 00-Agenten schlüpfen lassen.

Und Action!

Doch richtig spannend wird es im nächsten Raum, in dem einen der Rumpf eines Flugzeugs inkl. Splitter empfängt. Bis die spektakuläre Verfolgungsjagd aus Spectre nämlich im Kasten war, war extrem viel Vorarbeit nötig. Skizzen, Modelle und ­Berechnungen geben hier ­einen Einblick. Insgesamt wurden nämlich acht Flugzeuge nur für diese Szenen benötigt: zwei davon waren flugtüchtig, eines wurde an Kabeln gezogen, in einem saß Daniel Craig, gleich hinter dem Stuntfahrer, und eines wurde wie in einer gigantischen Schleuder über den Hügel geschossen.

Coole Optik

Doch auch der Bau an sich ist eine Meisterleistung – selbst bei minus 35 Grad und Sturm wurde gebaut. Vielleicht wirken auch deshalb die Räume allesamt archaisch und dennoch wie aus dem Hauptquartier des MI6 entsprungen. Eine kühle Betonoptik – ganz bewusst nicht beheizt – und mit verwinkelten Gängen, die immer wieder Ausblicke auf die Berglandschaft mit den Drehorten zulassen. So auch auf die Gletscherstraße aus dem Film. Die Erwartungen sind auf jeden Fall hoch. Im zweiten Jahr werden bereits 120.000 Besucher erwartet (Eintritt: 22 Euro ohne Berg- und Talfahrt). Aber auch abseits der Besucherzahlen ist der Region so manche internationale Schlagzeile sicher – gilt 007 doch nicht umsonst als eine der erfolgreichsten Filmse­rien der Welt. Fazit: Keine Lizenz zum Töten, aber eine Lizenz zum Staunen.