Stimmgewaltig: Valentina Inzko Fink

Die gebürtige Suetschacherin Valentina Inzko Fink steht demnächst an der Staatsoper Hannover auf der Bühne. Wie es ihr als Spross zweier berühmter Kärntner ging und was für sie Heimat bedeutet, verrät die 27-Jährige im Interview.

Valentina Inzko Fink©Lenja Schultze-38.jpg
„Meine Eltern waren immer sehr bescheiden und wertschätzend in dem, was sie taten. Diese Einstellung hat auch auf mich abgefärbt.“ Valentina Inzko Fink, Mezzosopranistin Foto: Lenja Schultze

weekend: Sie standen kürzlich gemeinsam mit Ihrer Mutter auf der Bühne. Wie geht es Ihnen dabei?
Valentina Inzko Fink: Das ist ein sehr schönes Gefühl. Wenn ich mit meiner Mutter singe und wir uns ansehen, ist so vieles interpretatorisch und musikalisch schon klar. Es ist, als würden wir eine eigene Sprache sprechen.

weekend: Apropos Mutter (und Vater): War Ihre Herkunft bisher eher eine Hürde oder eine Brücke?
Valentina Inzko Fink: Bei berühmten Eltern spielt es - meiner Meinung nach - eine große Rolle, wie diese mit ihrem eigenen Ruhm umgehen. Meine Eltern waren immer sehr bescheiden und wertschätzend in dem, was sie taten. Ihre Einstellung hat auch positiv auf mich abgefärbt. 

weekend: Sie sind schon als Kind viel um die Welt gekommen. Was bedeutet „Heimat“ für Sie?
Valentina Inzko Fink: Ja, die Berufe meiner Eltern waren natürlich prägend. Ich habe schon in jungen Jahren sehr viele europäische Städte gesehen und war einmal im Jahr in Argentinien, wo ein großer Teil meiner Familie lebt. Heimat ist für mich der Ort, an dem ich die Menschen um mich habe, die mir sehr nahe stehen. In meinem Fall sind das Wien und Kärnten. Ein Engagement geht in der Regel sechs bis zwölf Wochen. Das kann sehr aufregend, jedoch auch sehr einsam sein. Umso glücklicher bin ich dann, wenn ich nach so einer langen Zeit nach Hause komme.

weekend: War für Sie schon immer klar, dass Sie beruflich „etwas mit Musik“ machen werden?
Valentina Inzko Fink: Nein. Eine Zeit lang wollte ich Chirurgin werden. Mit 14 Jahren war dann jedoch ziemlich schnell die Liebe fürs Theater entfacht. Für mich ist also nicht nur die Musik wichtig, sondern primär das Theater und alle Formen, die darin stattfinden.

Valentina Inzko Fink 4.jpg
Valentina Inzko Fink studierte an der Theaterakademie August Everding in München. Sie ist Tochter der Mezzosopranistin Bernarda Fink und des Berufsdiplomaten Valentin Inzko Foto: David Visnjic
weekend: Wieso das Musical?
Valentina Inzko Fink: Es ist etwas Einzigartiges, dass im Musical Gesang, Tanz und Schauspiel aufeinander treffen. Als Kind schon mochte ich jede dieser Disziplinen. Deshalb ist es für mich eine große Freude, nun alle drei ausführen zu können. Ich stehe aber prinzipiell allen Theatergenres offen gegenüber.

weekend: Mit welchen Projekten sind Sie derzeit beschäftigt?
Valentina Inzko Fink: Momentan probe ich an der Staatsoper Hannover für die Operette „Märchen im Grand Hotel“ vom ungarisch-deutschen Komponisten Paul Abraham. Ich spiele die Rolle der Marylou Mackintosh. Sie ist die Tochter eines Filmproduzenten, die im Hollywood der 30er Jahre das Business ihres Vaters übernehmen will. Ich bin sehr stolz auf dieses Engagement. Es ist ein Geschenk, eine so große Rolle an diesem Haus mit einem so tollen Team spielen zu dürfen. Parallel bereite ich mich auf das Konzert im Schloss Maria Loretto (10. Dezember) vor, auf das ich mich schon sehr freue.

weekend: Gibt es eine Traumrolle, in die Sie unbedingt schlüpfen möchten?
Valentina Inzko Fink: Das ist jetzt vielleicht ein Klischee, aber die Maria aus "The Sound of Music" wäre für mich eine absolute Traumrolle. Auch "West Side Story" gehört definitiv zu den Stücken, die ich unbedingt noch spielen möchte.

weekend: Abgesehen vom aktuellen Engagement an der Staatsoper Hannover: Was ist das Highlight Ihrer bisherigen Bühnen-Karriere?
​Valentina Inzko Fink: Eine weiteres Highlight war das Schauspiel "Endstation Sehnsucht" von Tennessee Williams, in dem ich die Rolle der Stella spielen durfte. Das war eine große Herausforderung.  

Mehr zum Thema: