Interview: Jungdesignerin Andrea Kerber von VIS A VIS

Vom Streetstyle auf Wiens Straßen kann man halten was man möchte, aber die Designerszene boomt! Junge Designer streben von Wien aus in die Welt. Unter ihnen ist die Tirolerin Andrea Kerber, die im April 2016 ihr Label „Vis a Vis“ in Wien gründete.

Interview Jungdesignerin Andrea Kerber Fashion VIS A VIS
Die Designerin Andrea Kerber in ihrem Shop in der Kirchengasse 27, 1070 Wien. Öffnungszeiten: Mi - Fr 12 bis 19 Uhr und Samstag 10 bis 18 Uhr. Foto: Sarah Müller

Woher kommt der Name „VIS A VIS“?
„VIS A VIS“ sind die Gegensätze von urban und chic. Tagsüber und abends tragbar, das ist so der Gegensatz.

Du warst am Anfang deiner Ausbildung bei JC Hoerl?

Ich hab schon während meiner Ausbildung dort ein Praktikum gemacht und direkt nach meiner Ausbildung habe ich dort wieder ein Praktikum gemacht und später eine feste Stelle bekommen.

Würdest du sagen, dass deine Arbeit bei und mit JC Hoerl dich bei deiner eigenen Inspirationsfindung oder bei der Gestaltung deiner Marke beeinflusst hat?

Also ich glaube im kreativen Bereich und Design nicht wirklich, da macht er schon etwas ganz anderes als ich. Aber wie man ein Unternehmen führt, wie man ein Atelier organisiert, habe ich auf jeden Fall von ihm gelernt und da auch sehr viel mitgenommen.

Wie wichtig ist die Wahl des ersten Jobs nach der Ausbildung  für die Entwicklung?

Man muss sich auf jeden Fall wohlfühlen und das Gefühl haben, dass man etwas lernt und von der Arbeit dort mitnimmt. Beim Jürgen hatte ich sehr stark das Gefühl, dass alles was ich bei ihm mache mir etwas für meine Zukunft bringt. Gerade bei einem Praktikum, die leider meistens schlecht bezahlt sind, ist es wichtig, dass man dabei etwas lernt.

Wie hast du deine eigene Linie gefunden?

Streetstyle war schon immer meins, ich habe mich selbst immer schon so gekleidet und mir war es immer wichtig, dass ich es ja nachdem wie ich es kombiniere immer anziehen kann. Zu jedem Anlass. Es sollte immer tragbar sein, aber trotzdem auch einen gewissen Pfiff oder Pepp haben.

Was kann einem dabei helfen seine Richtung zu finden?

Viel ausprobieren und irgendwann bleibt man daran hängen was einem am besten gefällt.

Deine Lieblingsdesigner?

Alexander Wang, der ist so ganz hart Streetstyle und Isabel Marant ist dagegen wieder lieblicher, aber trotzdem noch Streetstyle. Alexander Wang ist mehr der New York Style und Isabel Marant der Paris Chic.

Wo siehst du deine Marke in fünf bis zehn Jahren?

Einen richtigen Plan habe ich nicht, aber in fünf Jahren hätte ich gerne noch meinen Store und vielleicht weitere Stores, die meine Sachen verkaufen. Ich arbeite gerade sehr stark mit Bloggern zusammen und würde gerne noch weiter wachsen. Vielleicht auch einmal an einer Fashion Week außerhalb von Wien teilzunehmen.

Was erwartet uns auf der MQ Vienna Fashion Week von dir am Laufsteg?

Sehr coole Sachen! Heuer ist das Thema Wüste. Ich habe mich sehr viel mit der Ur-Biene beschäftigt – die stammt ja ursprünglich aus der Wüste und so habe ich mich inspirieren lassen. Es gibt eine Jacke aus Bienen-Stoff mit Ärmeln wie Bienen-Flügeln und generell eher sandige Ocker-Farben und Grün-Töne der Kakteen.

Dein Tipp für die MQ Vienna Fashion Week? Wen schaust du dir an?

Auf jeden Fall Smaranda Almasan, ROEE und Karl Michael