In Gedenken an Ute Bock

Über 50 Jahre lang kümmerte sich Ute Bock um andere Menschen – waren es anfangs Kinder und Jugendliche aus schwierigen Familien, so setzte sie sich seit ihrer Pensionierung vor allem für AsylwerberInnen ein. Am Morgen des 19. Januars verstarb sie nach kurzer, schwerer Krankheit im Alter von 75 Jahren. Am 2. Februar veranstaltet der Verein ab 17 Uhr ein Lichtermeer am Heldenplatz, um ihr zu gedenken. Wir blicken auf ihr Leben und ihr Wirken zurück.

Nachruf Ute Bock
"Ich habe einen Vogel, aber es gibt viele Leute, die meinen Vogel unterstützen." Ute Bock kennt man an ihrem Schreibtisch sitzend und über die hiesige Politik schimpfend. Foto: Verein Ute Bock
Nachruf Ute Bock
"Niemand tut sich eine Flucht an, weil hier in Österreich das Wetter so schön ist!" Seit ihrer Pensionierung setzte sie sich hauptsächlich für Flüchtlinge ein. In Namibia ist sie schon als „Mama Bock in Österreich“ bekannt. Foto: Verein Ute Bock
Nachruf Ute Bock
2012 zeichnete Ex-Bundespräsident Heinz Fischer sie mit dem Goldenen Verdienstzeichen der Republik Österreich aus. Die Auszeichnung sei eine symbolische Geste, "aber eine deutliche Geste, dass man ihre außergewöhnliche und unorthodoxe Arbeit schätzt und weiß, wie viel Idealismus, Kraft und innere Energie dazugehören". Bock zeigte sich damals bescheiden: "Ich bedanke mich herzlich für diesen Preis, obwohl ich immer noch glaube, dass ich ihn nicht verdiene". Foto: Verein Ute Bock
Nachruf Ute Bock
Heinz Fischer sprach sich in seiner Laufbahn als Politiker mehrmals positiv über Ute Bock aus und spendete auch regelmäßig an den Verein. Foto: Verein Ute Bock
Nachruf Ute Bock
Dino Schosche, Migrantenvertreter und Initiator der Integrationswoche ist tief betroffen vom Ableben der Flüchtlingshelferin: "Ute Bock war eine Hoffnungsträgerin, die sich immer mit voller Hingabe und Engagement für die Schwächsten der Gesellschaft eingesetzt hat. Ihre Zivilcourage, Solidarität und Menschlichkeit werden unvergessen bleiben. Mein ganzes Mitgefühl gilt nun ihrer Familie und ihren Schützlingen, denen ich in diesen schweren Stunden viel Kraft wünsche.“ Foto: Michael Mazohl / Bum Media

Ute Bock wurde 1942 in Linz geboren. Im Jahr 1969 nahm sie ihre Arbeit als Erzieherin auf und kam als Angestellte der Gemeinde Wien ins Gesellenheim Zohmanngasse; 1976 übernahm Frau Bock hier die Leitung. Zu Beginn der 90er Jahre waren es vor allem Kinder aus Gastarbeiterfamilien, die von der Stadt Wien zu Ute Bock geschickt wurden. Später kamen vermehrt unbegleitete minderjährige Flüchtlinge aus Kriegsgebieten dazu, die in Österreich Asyl suchten. Viele Jahre war Ute Bock die letzte Hoffnung für Jugendliche, die sonst keinen Platz fanden. Um auch nach der Pension an ihrem guten Werk weiterarbeiten zu können, gründete sie im Jahr 2000 schließlich den Verein “Flüchtlingsprojekt Ute Bock“ und kümmerte sich ehrenamtlich um Flüchtlinge und Asylwerber. Mit dem "Ute Bock Haus" in der Zohmanngasse wurde ein Ort der Begegnung geschaffen, an dem Asylwerber Obdach, Bildung und Beratung erhalten. Das "Ute Bock Haus" bietet Platz für 70 Menschen. 50 externe Wohnungen, die über ganz Wien verteilt sind, werden ebenfalls von den MitarbeiterInnen des "Ute Bock Hauses" betreut und bieten Platz für Familien. Ihr Name steht als Sinnbild für eine menschliche, respektvolle und faire Asylpolitik. Zahlreiche Menschen solidarisieren sich nach wie vor mit den Ideen von Ute Bock und legen mit ihr den Grundstein für eine menschliche Asylpolitik und eine gelungene Integration.

Am 17. April 2018 wird Ute Bock bei der Eröffnungsgala der Integrationswoche für ihr Lebenswerk geehrt.