Huawei macht Emotionen für blinde Menschen "sichtbar"

Huawei hat eine App entwickelt, die es blinden und sehbehinderten Menschen ermöglicht, Emotionen ihres Gegenübers zu „sehen" bzw. zu erleben. Möglich gemacht wird das durch künstliche Intelligenz (KI).

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Die App ermöglicht Menschen mit Sehbehinderungen eine reichere Erfahrung bei der Kommunikation mit ihren Liebsten. Foto: Huawei

Zwei Drittel unserer Kommunikation sind nonverbal – unsere Mimik ist eng mit unseren Emotionen verbunden. Zum ersten Mal kann nun die Technologie blinden und sehbehinderten Menschen helfen, ein Lächeln zu „sehen". Die Facing Emotions App nützt hierfür die leistungsstarke Kamera und die KI des Huawei Mate20 Pro. Sieben unterschiedliche menschliche Emotionen werden mit ihrer Hilfe in sieben einzigartige Klänge übersetzt. Die App ermöglicht so Menschen mit Sehbehinderungen eine reichere Erfahrung und ein besseres Verständnis bei der Kommunikation mit ihren Liebsten. 

Eine KI-basierte App 

Die Leica Triple-Kamera des Huawei Mate20 Pro scannt das Gesicht des Gegenübers und identifiziert die einzelnen Bereiche des Gesichts: Augen, Nase, Augenbrauen und Mund sowie deren Position im Verhältnis zueinander. Die KI verarbeitet dann die identifizierte Emotion in einen definierten Klang, der entweder direkt über das Smartphone oder die Kopfhörer gehört wird. Dies geschieht in Echtzeit und im Offline-Modus, dank des leistungsstarken Prozessors und der KI des Huawei Mate20 Pro.

 

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Die App von Huawei ist in der Lage Emotionen zu "sehen" und sie in Töne umzuwandeln. Foto: Huawei

Maschinen unterstützen Menschen

Auch Trendforscher Tristan Horx vom Zukunftsinsitut bestätigt: „Die positive Synthese zwischen Mensch und Maschine in Bezug auf KI kann definitiv eine Erleichterung für Menschen mit Behinderung sein. Viele Formen der redundanten Pflege können in Zukunft von dieser übernommen werden, sodass die Menschen im Umfeld sich auf die zwischenmenschlichen, empathischen Momente konzentrieren können. Auch im Bereich der Prothesen gibt es bereits vielversprechende Anwendungen. Da das menschliche Hirn nunmal eines, wenn nicht das komplexeste System auf dem Planeten ist, können wir hier jede Form der Unterstützung gut gebrauchen.”

Sich inspiriert fühlen 

Ein wichtiger Bestandteil bei der Entwicklung waren die Töne und Klänge selbst. Jeder individuelle Klang der sieben Emotionen wurde vom blinden Komponisten Tomasz Bilecki geschaffen. Die Klänge sollten kurz, prägnant, einfach und nicht invasiv für den Nutzer und seine Umgebung sein. „Bei der Kreation dieser Klänge war es für mich wichtig, dass jede Emotion spezifisch ist und die Nutzer nicht von ihren Gesprächen abgelenkt werden", sagt Tomasz Bilecki, Sound Designer.

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Die Klänge sind kurz, prägnant, einfach und nicht invasiv für den Nutzer und seine Umgebung. Foto: Huawei

3D-Druck Smartphonehalter

Während der  App-Entwicklung stellte sich heraus, dass Menschen mit Sehbehinderungen im Idealfall eine zusätzliche Freisprecheinrichtung zur Verfügung steht, damit ihre Hände beim Gehen oder Halten des Langstocks frei bleiben. Der preisgekrönte Designer Janek Kochanski entwickelte aus diesem Grund einen speziellen 3D-Druck-Smartphonehalter, der es sehbehinderten Menschen erleichtert, ihr Smartphone und die App zu nutzen. 

Huawei bringt Menschen und Technologie zusammen

Facing Emotions wurde in Kooperation mit einer Blindengemeinschaft und gemeinnützigen Organisationen entwickelt. Huawei hat mit dem polnischen Blindenverband zusammengearbeitet, der an jedem wichtigen Schritt der App-Entwicklung beteiligt war. Das Unternehmen hat blinde Gemeindevertreter zu ihren Bedürfnissen befragt und auf der Grundlage dieser Erkenntnisse Lösungen entwickelt, die von blinden oder sehbehinderten Menschen getestet wurden. Diese wertvollen Erkenntnisse haben das Nutzererlebnis sowie die Funktionalitäten, Farben und Sounds mitgestaltet.

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Die individuellen Klänge wurden vom blinden Komponisten Tomasz Bilecki geschaffen. Foto: Huawei