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Jodel-Prinzessin. Berühmt wurde sie mit dem Erzherzog-Johann-Jodler – mittlerweile hat sich Petra Böck mit ihrer Musik weit über die Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Besonders beliebt sind die Gesangskünste der Steirerin in Amerika.

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Foto: Montage Weekend Magazin

„Heimat ist dort wo die Berge sind“, „Wann i von der Alm oba geh“ oder „Das Alphorn ruft vom Berge“: Solch klingende Titel tragen die Hits von Sängerin Petra Böck. Rund 45.000 Klicks haben die Lieder der Steirerin im Schnitt auf Youtube, Tourneen führen sie durch die USA, Kanada und Australien. Nur hierzulande ist die Grazerin kaum bekannt. Woran liegt das?

Tonangebend. „Man sagt ja oft, dass der Künstler im eigenen Land nichts zählt“, mutmaßt die Sängerin. Dabei bringt sie eigentlich alle Voraussetzungen mit, die es für eine erfolgreiche Musikkarriere braucht. 16 CDs hat Böck  bereits veröffentlicht, ihre Videos stehen denen bekannter Schlagersänger in nichts nach. Und auch ihre Biografie hat „Sound of Music“-Potenzial:  „Statt in den Kindergarten bin ich lieber in die Musikschule gegangen“, erzählt sie. „Dort habe ich Flöte gelernt und im Chor gesungen. Dann ist es weitergegangen mit Gitarre und Klavier“. Die Liebe zur Musik ließ sie einfach nicht mehr los: Nach der klassischen Gesangsausbildung am Konservatorium kam der Durchbruch bei einem Volksmusik-Wettbewerb. Mit dem Titel „Österreichische Jodler-Prinzessin“ wurde sie mit einem Schlag zur Botschafterin des Liedes auf der ganzen Welt.

International gefragt. Wehmütig, dass der Erfolg in der Heimat noch auf sich warten lässt, ist sie dabei nicht. „Es kann schon sein, dass die Leute bei uns von der Volksmusik einfach übersättigt sind … Aber ich wollte eh schon immer hinaus in die weite Welt, deshalb macht mir das nichts aus“, lacht sie. Und wie sieht es nach all den Jahren mit dem Lampenfieber aus? „Ich bin jetzt schon so lange auf der Bühne, aber es ist immer wieder aufregend, weil es ja immer ein anderes Publikum ist. Und wenn du dann nach dem Erzherzog-Johann-Jodler oder nach einem Medley gute Stimmung hast oder Standing Ovations: Was Schöneres gibt es gar nicht“, schwärmt sie.

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Foto: Privat


Zwei Seiten.  Nicht weniger aufregend geht es übrigens auch im „Brotberuf“ der Künstlerin zu. Als medizinische Sekretärin ist sie in der Notaufnahme des UKH Graz beschäftigt. „Meiner Familie war es immer wichtig, dass ich einen klassichen Beruf lerne“, erzählt sie. Und trotz ihres Erfolgs möchte sie darauf auch nicht verzichten. „Viele meiner Musiker-Kollegen beneiden mich um diese Sicherheit. Ich bekomme so viel Unterstützung von meiner Arbeit, habe so viele Freiheiten, kann mir meine Auftritte aussuchen, das können viele andere Sänger nicht“, erklärt sie. Trotzdem versucht sie, diese beiden Welten so gut es geht voneinander zu trennen. „Wenn ich als Künstlerin unterwegs bin, bin ich Künstlerin und da hat die Arbeit nix verloren, das interessiert die Leute auch nicht“, so Böck. „Es geht ja immer noch darum, die Menschen zu unterhalten.“

Unterwegs. Für das kommende Jahr stehen auf jeden Fall schon wieder einige internationale Auftritte in Böcks Kalender. „2021 ist außerdem eine große Tournee in den USA und Kanada geplant“, freut sie sich. Und auch neue Lieder lassen nicht mehr lange auf sich warten. „Im Sommer ist meine neue CD „Sommer, Sonne, Dirndlgwand“ erschienen“, rührt sie gleich eifrig die Werbetrommel. Auf jeden Fall wird man noch viel von ihr hören – vielleicht sogar in der Steiermark.

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