Hitzewelle: So reagieren Sie richtig

Die Hitzewelle lockt wieder viele an die Badeseen und ins kühle Nass. Doch nahezu tropische Temperaturen können den Kreislauf so sehr belasten, dass man ernsthafte gesundheitliche Probleme bekommt. Im schlimmsten Fall droht sogar ein Herz-Kreislaufstillstand. Doch wo liegen die Gründe und wie schützt man seinen Körper vor dem Kollaps.

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Gerade bei Hitze braucht der Körper viel Flüssigkeit Foto: kzenon/iStock/Thinkstock

Gestern kühl, heute schwül, morgen heiß – Kreislaufprobleme im Sommer entstehen oft, wenn Hitze und hohe Temperaturen die eigene Körpertemperatur von 37 Grad überschreiten. Trinken, trinken, trinken - so lautet der Rat für heiße Tage. Denn, wenn der Durst kommt, ist es häufig schon zu spät. Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Schwindel oder Müdigkeit sind die Folgen. Ähnliche Symptome können entstehen, wenn zu wenig Flüssigkeit zu sich genommen wurde. „Hitze erzeugt Schwitzen, das wiederum ,verbraucht’ Flüssigkeit und Salze was zu einer Flüssigkeitsunterversorgung und einer Elektrolytstörung führt“, erklärt der Notfallmediziner und Vorstand der Abteilung Anästhesiologie/Intensivmedizin am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder St. Veit und am Elisabethinen Krankenhaus Klagenfurt, Dr. Michael Zink. Gerade beim Aufenthalt in der prallen Sonne und vor dem Sprung ins kühle Nass lauert die Gefahr.

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Dr. Michael Zink, Leiter der Abteilung Anästhesiologie/Intensivmedizin am Elisabethinen Krankenhaus Klagenfurt und bei den Barmherzigen Brüdern St. Veit an der Glan Foto: HF-Pictures Heike Fuchs

Schwindel nicht ignorieren

Da das Blut aufgrund fehlender Flüssigkeit schlechter zirkuliert, kann es zu Übelkeit oder Schwindel – und im schlimmsten Fall zum Kreislaufstillstand kommen. Wenige Sekunden später wird die betroffene Person bewusstlos. Anästhesist und Intensivmediziner OA Dr. Gilbert Hainzl über die gefährlichen Vorboten: „Manchmal gehen dem Stillstand Rhythmusstörungen voraus, die können sich auch als Schwindel äußern.“ Besonders achtsam sein sollten jedoch Herzkranke oder Menschen, die an einer Fettstoffwechselstörung, Bluthochdruck, Übergewicht, einer Zuckerkrankheit oder einer familiären Vorgeschichte leiden. "Sie zählen zur Risikogruppe neben den Rauchern, Herzinfarkt-Patienten und auch Personen mit einer geringen körperlichen Inaktivität“, warnt Hainzl. Doch auch plötzlich und ohne Anzeichen einer Erkrankung kann das Herz aufhören zu schlagen und der Atem aussetzen, wissen die Experten des Ordenskrankenhauses.

Die richtige Wiederbelebung

Bei einem Kreislaufstillstand zählt jede Sekunde, denn bereits nach drei Minuten können schwere Dauerschäden im Gehirn entstehen. Bis Rettung und Notarzt eintreffen, dauert es trotz gut ausgebautem Rettungssystem durchschnittlich zwischen acht und 15 Minuten, die einzige Überlebenschance in dieser Zeit ist Erste Hilfe-Maßnahmen. „Ein Mensch, der auf Grund eines Kreislaufstillstandes bewusstlos wird, befindet sich in einem Zustand zwischen Koma und Hirntod und verspürt keinen Schmerz, d. h., man kann ohne Bedenken die möglicherweise schmerzhaften Wiederbelebungsmaßnahmen durchführen,“ so Dr. Michael Zink, aktiver Notarzt auf dem Rettungshubschrauber Christophorus 11.

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Dr.Gilbert Hainzl, Anästhesist und Intensivmediziner OA Foto: HF-Pictures Heike Fuchs

Erste Hilfe-Maßnahmen

1. Prüfen: Sprechen Sie die Person an: „Hören Sie mich?“ Schütteln Sie an den Schultern: Keine Reaktion? Achten Sie auf die Atmung: Keine Atmung oder keine normale Atmung (Schnappatmung)?

2. Rufen: Rufen Sie 112 an oder veranlassen Sie eine andere Person zum Notruf

3. Drücken: Drücken Sie fest und schnell. Beginnen Sie sofort mit der Herzdruckmassage:

  • Machen Sie den Brustkorb frei Legen Sie den Ballen Ihrer Hand auf die Mitte der Brust, den Ballen Ihrer anderen Hand darüber Verschränken Sie die Finger.
  • Halten Sie die Arme gerade und gehen Sie senkrecht mit den Schultern über den Druckpunkt, so können Sie viel Kraft ausüben. 
  • Drücken Sie das Brustbein 5 – 6 cm nach unten Drücken Sie 100 bis 120 mal pro Minute.
  • Hören Sie nicht auf, bis Hilfe eintrifft.
  • ​Geschulte Helfer sollen die Mund-zu-Mund-Beatmungen im Verhältnis von 30 Herzdruckmassagen zu 2 Beatmungen durchführen.

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