Jung & voll Elan

Neue Blickwinkel: Nikolaus und Matthäus Hirsch mischen den altehrwürdigen Uhrenarmbandproduzenten HIRSCH mit innovativen Strategien auf.

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Nikolaus und Matthäus Hirsch im Gespräch mit dem Weekend Magazin Kärnten Foto: Studiohorst

Die HIRSCH Armbänder GmbH in Klagenfurt blickt auf eine über 250 Jahre alte, stolze Firmengeschichte gespickt mit beein druckenden Meilensteinen zurück: von revolutionären Patenten und künstlerisch wertvollen Verkaufsautomaten über internationale Produktionsstättengründungen bis hin zur Anfertigung des sagenhaften 250.000.000sten Armbandes.

Frisches Blut

Mit Nikolaus (28) und Matthäus Hirsch (27) hat nun eine neue Generation Einzug in das Management gehalten und möchte den Familienbetrieb mit progressiven Strategien und voller Tatendrang in ein neues Zeitalter führen. „Wir wollen unsere Marke in Zukunft stärker zu einer Konsumentenmarke entwickeln, unsere Produkte direkt an den Endkunden verkaufen und dabei mit ihm ins Gespräch kommen, um mit Hilfe seines Feedbacks unsere Erzeugnisse beständig verbessern zu können“, gibt Matthäus Hirsch die Stoßrichtung vor.

Onlineaffin

Ein Schritt auf dem Weg zur Umsetzung dieser Neupositionierung ist die Eröffnung eines Webshops bis Ende des Jahres. Dieser soll laut Nikolaus Hirsch den Informationsaustausch mit dem Kunden befeuern, um schneller und konkreter auf dessen Wünsche eingehen zu können. Der hauseigene Social-Media-Auftritt soll außerdem Gleichgesinnten einen lebendigen Austausch über das Lifestyle-Produkt Uhrenarmband möglich machen.

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Foto: HIRSCH ARMBÄNDER GMBH

Robotik

Der Produktion steht im Hause HIRSCH ebenfalls ein stärkerer digitaler Wandel bevor. Seit letztem Jahr versieht der Produktionsroboter Günther jr. seinen Dienst in dem Unternehmen, und er wird weitere mechanische Kollegen bekommen, die den Menschen jedoch keinesfalls ersetzen sollen. „Die Handarbeit wird auch künftig einen zentralen Stellenwert bei der Herstellung unserer Armbänder genießen, da sich unser Bekenntnis zur Handwerkskunst einmalig auf den Tragekomfort unserer Produkte auswirkt,“ wie Nikolaus Hirsch mit Nachdruck betont.

Stein & Holz

Des Weiteren wird bei HIRSCH nach wie vor kräftig geforscht. „Wir beschäftigen uns aktuell mit Armbändern aus nachhaltigen Materialien. Zu diesem Zweck wurde von uns ein spezielles Verfahren kreiert, das es uns erlaubt, hauchdünne Schichten von Schiefergestein oder Birkenrinde auf ein Kautschukarmband aufzutragen. Und wir werden weiterhin nach Werk stoffen forschen, die eventuell die ganze Industrie umkrempeln können“, erläutert Matthäus Hirsch die ambitionierten Ziele für die Zukunft.

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Foto: HIRSCH ARMBÄNDER GMBH

Facts

  • Familienunternehmen seit 1765
  • Produktion von Uhrenarmbändern seit 1945
  • Hauptlieferant der Schweizer Luxusuhrenindustrie
  • 800 Mitarbeiter weltweit, davon 410 in Klagenfurt
  • Export in über 80 Länder
  • Vier Serviceshops in der Schweiz, in England, Spanien und Portugal
  • Umsatz pro Jahr: 75 Millionen Euro

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