Heimmacht HSG Graz: Die Angstmacher

Mit dem Umzug von Eggenberg in den Sportpark-Hüttenbrennergasse beginnt für die Handballer der Retcoff HSG Graz eine neue Zeitrechnung. Die ultramoderne Heimstätte soll für neue Höhenflüge sorgen und alte Stärken wiederbeleben.

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Grazer Bastion. Die „Gladiatoren“ der Retcoff HSG Graz wollen das Arena-Feeling nutzen, um die neue Heimstätte zu einer Festung auszubauen und den Gegnern gehörig Angst einzujagen. Foto: GEPA pictures

Über 100 Jahre befand sich die Grazer Handball-Hochburg im Bezirk Eggenberg. Diese Ära hat, zumindest für die Kampfmannschaft der HSG Graz, ab 7. September ein Ende.

Zu alter Größe 

Die Eröffnung des Raiffeisen Sportparks in der Hüttenbrennergasse soll aber nicht nur das Grazer HLA-Team beflügeln, sondern auch der gesamten Sportart in der Landeshauptstadt einen Aufschwung bringen. Der letzte Meistertitel liegt schon fast 30 Jahre zurück. „Die Halle ist ein extremer Boost für uns und wird auch die Zusammenarbeit mit den anderen Grazer Vereinen weiter stärken“, wissen die Neo-Kapitäne Philipp Moritz und Othmar Pusterhofer, die sich für das Eröffnungspiel gegen Leoben eine volle Arena mit 3.000 Zuschauern erwarten. Moritz sieht Graz sogar als „das interessanteste Handballprojekt Österreichs“ und liebäugelt mit einem Meistertitel in den nächsten „fünf bis zehn Jahren“. Trainer Ales Pajovic beschäftigt sich lieber mit der nahen Zukunft: „Mit den Zuschauern im Rücken möchten wir die neue Halle in eine Festung verwandeln. Die Gegner müssen Angst haben, wenn sie nach Graz kommen.“ Der Slowene, der in der vergangenen Saison noch als Spielertrainer fungierte, wird sich in diesem Jahr voll auf die Arbeit an der Seitenlinie konzentrieren. „Pajo war unser Anker in der Deckung, da wird er uns sicher abgehen“, erklärt Pusterhofer und ergänzt: „Dass er nur mehr Trainer ist, merkt man vor allem daran, dass die Trainingseinheiten härter geworden sind.“

Rückkehr & Abschied

Auch Heimkehrer Daniel Dicker, der in den letzten für Hard aufgelaufen ist, zeigt sich von der neuen Heimstätte begeistert: „Es ist schon beeindruckend, dass wir in Österreich jetzt so eine Halle haben. Für meinen Wechsel war es zwar nicht ausschlaggebend, aber auf jeden Fall ein cooles Extra.“ Nicht in den Genuss der neuen Halle kommt hingegen Lukas Schweighofer. Der Sohn von Klubmanager Michael wechselte im Sommer zum HC Hard nach Vorarlberg. „Irgendwie schon schade, aber zumindest ein Spiel im Jahr bleibt mir“, schmunzelt Schweighofer.

Handballfest

Die Heimpremiere am 7. September gegen Leoben könnte zum echten Handballfest werden. „Ich hoffe, dass die Halle voll ist, es wäre ein Traum vor so vielen Leuten spielen zu dürfen“, freut sich Moritz. 

Infos

Der Raiffeisen Sportpark in der Hüttenbrennergasse ist die neue Heimstätte für alle Grazer Ballsport-Vereine (Handball, Basketball und Volleyvall), die in der höchsten österreichischen Liga spielen. Außerdem finden auch Sportarten wie Tischtennis, Kampfsport oder Fechten beste Trainingsvoraussetzungen.

Gesamtinvestitionsvolumen: 17,45 Millionen Euro. Das Land Steiermark und die Stadt Graz finanzieren jeweils 5,9 Mio. Euro, das Sportministerium 4,6 Mio. Euro und die SPORTUNION stellt für die Errichtung 1,05 Mio. Euro bereit.

Gesamtgröße: 3.718,5 m², davon entfallen 2.705,4 m² auf die Arena, die auch in zwei getrennt voneinander bespielbare Hallen umgebaut werden kann. Dazu kommen ein Leistungsdiagnostik- und Athletik-Stützpunkt.

Kapazität: 3.000 Besucher

Tickets: Karten für die Heimpremiere gibt’s unter www.oeticket.com, Saison- und VIP-Karten unter hsggraz@aon.at