Großevents in Tirol

Getragen von Tradition und Beständigkeit, geprägt von der alpinen Lage und gefördert von Wirtschaft und Politik eignet sich Tirol ausgezeichnet für sportliche Veranstaltungen auf internationalem Spitzenniveau.

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Foto: Air&Style
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Foto: ÖRV
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Foto: Medialounge

Großevents steigern den Bekanntheitsgrad der Marke Tirols, das ist belegt. Alleine die Austragung der Olympischen Winterspiele 1964, 1976 und 2012 (Youth Olympic Games) haben Innsbruck zum weltweiten Ruf als Sportstadt der Alpen verholfen. Sportveranstaltungen dienen auch als starker Motor für infrastrukturelle Investitionen. Im Falle von Innsbruck hat man - im Gegensatz zu manch anderen olympischen Austragungsorten - die Infrastruktur stetig erneuert und verbessert.

Somit hat sich Innsbruck weltweit einen Namen als Veranstaltungsmetropole gemacht,“ erklärt Innsbruck Tourismus Geschäftsführerin Karin Seiler-Lall. Die für Großevents geschaffene Infrastruktur kommt in vielen Fällen auch der einheimischen Bevölkerung zugute. Als Beispiel: Das neue Kletterzentrum im WUB Areal, das im Mai 2017 eröffnet wird, ist mit fast 6.000 Quadratmetern das größte Kletterzentrum der Welt. Diese wird nicht nur für die zwei Weltmeisterschaften im Klettern (2017 der Jugend, 2018 der Elite) errichtet, sondern kommt auch den Einheimischen und den Gästen zugute. Solche Investitionen in die Infrastruktur fördern die lokale und regionale Wirtschaft. Alleine bei der Junioren Kletter WM rechnet man mit bis zu 20.000 Nächtigungen der Sportler, Funktionäre, Begleitpersonen. Dazu kommen bei größeren Veranstaltungen auch Fans und Sportbegeisterte.

Marke mit Werbeeffekt

Mit der Austragung von großen Sportevents wird eine nachhaltige Wertschöpfung geschaffen“, so Karin Seiler-Lall und verweist auf Veranstaltungen wie das Air & Style Festival als Tiroler Erfindung Werbeeffekte für das ganze Land darstellt: „Air & Style ist außerdem ein gutes Beispiel dafür, dass die Großevents, die in Innsbruck stattfinden, auch gut zur Stadt und zur Umgebung passen. Das Air & Style präsentiert sich als perfekte Ergänzung zur jungen Studentenstadt Innsbruck und wird den Ansprüchen der Jugend gerecht. Auch das für Juni 2017 angesetzte Mountainbike Gravity Festival Crankworx spricht diese Zielgruppe an.

Ebenso bieten die soeben stattgefundene Rodel WM und der derzeitige Bob & Skeleton Weltcup die Möglichkeit, die Marke aufzuladen und stärken so Innsbrucks Position als alpin-urbane Urlaubsdestination in hohem Maße.

Tirol investiert

Als Gastgeber von fünf Weltmeisterschaften - zwei Kletter WMs 2017 und 2018, Rennrad WM 2018, Biathlon WM Hochfilzen 2017, die nordische Ski-WM in Seefeld 2019 werden in den kommenden drei Jahren in Tirol im direktem Kontext rund 100 Millionen Euro investiert. Insbesondere durch die Kletter- und Rad-WM sieht Karin Seiler-Lall eine Chance, Innsbruck beziehungsweise das ganze Land noch stärker als alpine Sommerdestination in den Köpfen potenzieller Gäste zu verankern. Die Rad WM wird übrigens das größte Sommersportevent sein, das je in Tirol zu Gast war: Man erwartet 350.000 bis 500.000 Zuschauer vor Ort. Zudem werden die Landschaftsbilder via Bildschirme an Millionen Haushalte gesendet.

Auch die Zahlen, die heute schon für die nordische Ski-WM 2019 in Seefeld vorliegen, sind vielversprechend. Laut Christian Scherer vom ÖSV werden mindestens 200.000 Zuschauer, Athleten aus rund 60 Nationen und 1250 Medienvertreter erwartet. Mehr als 580 TV-Stunden zeigen neben dem Sportevents die Region von ihrer schönsten Seite. In Sachen Infrastruktur ist in Seefeld schon einiges im Laufen. Bereits heuer wurden die großzügig angelegten WM Loipen fertiggestellt, die für Gäste und Einheimische zugänglich sind: „Der wirtschaftliche Nutzen für die Region ist jetzt schon sichtbar. Viele Reiseveranstalter aus Schweden und Norwegen haben uns in ihr Programm aufgenommen. Ohne WM wäre das nicht der Fall gewesen,“ so der Geschäftsführer der Olympiaregion Seefeld, Elias Walser.

Gut im Rennen

Ein bereits erfolgreiches Beispiel ist die Rodel WM, die gerade auf der der Bob-, Rodel- und Skeletonbahn in Innsbruck/Igls stattgefunden hat. Im Jahr 1976 erbaut ist dies bis heute die einzige Kunsteisbahn in Österreich: „Im traditionellen 10-Jahres-Rhythmus findet die WM 2017 wieder in Innsbruck statt,“ so der Rodelverband-Generalsekretär Reinhard Poller und ergänzt: „In all den Jahren wurden immer wieder Investitionen vorgenommen. So haben wir das Start- und Zielhaus und das Bobcafé adaptiert.“ Für die Veranstaltung hatte der Rodelverband ein Budget von 800.000 Euro zur Verfügung, je zu einem Drittel vom Land Tirol, der Stadt Innsbruck und dem Sportministerium. Der Rest kommt von privaten Sponsoren.

Sprung ins Rampenlicht

Am 3. und 4. Februar geht das Air+Style Festival über die Rampe. Seit über 20 Jahren und nach einem Locationwechsel vom Bergisel in die Olympiaworld macht das Snowboard-Spektakel in der Landeshauptstadt Furore. Um das actionreiche Event noch spannender zu gestalten, verwandelt sich Innsbruck heuer zwei Tage lang zum Boarder-Mekka. Neben den spektakulären Sprüngen am Brett rocken Top-Bands mit Live-Auftritten zwei Bühnen. Finanziert wird das Festival zum größten Teil aus Sponsorengeldern und Ticketverkäufen.

Von Kitz nach Hochfilzen

Auch in diesem Jahr begeisterte Kitzbühel mit der spektakulärsten und gefährlichsten Abfahrt der Welt bei der 77. Auflage des Hahnenkammrennens Sportfans rund um den Erdball. Neben den sportlichen Spitzenleistungen fährt die Gamsstadt auch einen beachtlichen wirtschaftlichen Erfolg ein. Alleine bei der Abfahrt waren 50.000 Zuschauer live dabei. Rechnet man die Trainingsläufe mit, waren es sogar über 100.000 Besucher. Tirols Wirtschaftslandesrätin Patrizia Zoller-Frischauf sieht mit dem zweistelligen Millionen Euro Umsatz und den damit verbundenen 600 Vollzeitarbeitsstellen die große Bedeutung dieses traditionellen Sportereignisses nicht nur für den Bezirk, sondern auch für ganz Österreich“. Die ganze Welt blickte auf Kitzbühel: Über 700 Journalisten aus 30 Nationen verbreiteten die Bilder des Tiroler Wintertraum-Destination neben den Stammmärkten Österreich, Deutschland, Schweiz, Italien und Frankreich bis Japan, Brasilien und Korea. Nationale und internationale Entscheidungsträger aus der Wirtschaft treffen sich in Kitzbühel nicht nur bei den Sportveranstaltungen, sondern auch bei gesellschaftlichen Events. „Dabei werden Kontakte geknüpft und der eine und andere Geschäftsabschluss vorbereitet; so Zoller-Frischauf.

Ein paar Kilometer weiter läuft in Hochfilzen der Countdown für die Biathlon Weltmeisterschaften vom 8. Februar bis zum 19. Februar. Maßgeschneiderte Infrastruktur-Maßnahmen und ein rundum erneuertes Stadion erwarten sowohl die Teams aus 40 Nationen als auch die Zuschauer. Heuer werden 150.000 Besucher erwartet. Finanziert wird die Veranstaltung durch den Verkauf von Werberechten, Regionalpaketen, Partnern und Ausrüster. Der touristische Nutzen all dieser Events geht in eine eindeutige Richtung: abhängig von der Sportart werden sehr große Werbewerte erzielt und zudem die Marke positiv positioniert.

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