Hauptsache Haare! Wie Männer Haarausfall bekämpfen

Wenn sich die Haare lichten, ist bei vielen Männern Schluss mit lustig. Supplements und Medikamente boomen. Immer mehr Betroffene treten den Weg zum Schönheitschirurgen an.

Glatze Mann
80 Prozent aller Männer sind von Haarausfall betroffen Foto: SIphotography/iStock/Getty Images Plus/Getty Images

"Im Durchschnitt geben Männer 1.800 Euro im Jahr für Haarprodukte aus, inklusive Nahrungsergänzungsmitteln, Shampoos und so weiter", sagt Gerald Seisenbacher. Er ist Geschäftsführer von Smart Medical und Experte für Haartransplantationen. Shampoos mit Koffein und Rosmarinextrakt regen die Durchblutung der Kopfhaut an, Nahrungsmittelergänzungen mit Eisen, Lysin und Vitamin B stärken die Haarfollikel von innen. "Einige nehmen sogar Medikamente, die die Lust am Sex vermindern und andere gesundheitliche Probleme mit sich bringen können", so Seisenbacher. Starke Nebenwirkungen hat etwa Finasterid, das die Umwandlung von Testosteron in haarschädliches Dihydrotesteron stoppt.

Eigenhaar als Lösung

Mehr und mehr Männer entscheiden sich deswegen für einen radikaleren Schritt – eine Haartransplantation. "Genetisch bedingter Haarausfall kann mit einer Eigenhaartransplantation sehr gut behandelt werden", erklärt Karl Moser, Geschäftsführer der Moser Medical Group, Spezialist für kosmetische Haar­chirurgie. "Sich Haare verpflanzen zu lassen ist heute kein Tabu­thema mehr", sagt Moser.

Promis bekennen sich

Wesentlich dazu beigetragen haben Profisportler, die sich öffentlich zur Behandlung bekennen. Auch Matthias Maak (26, FC Wacker Innsbruck) hat sich erst kürzlich bei Moser Medical unters Messer gelegt und ist mit der Entscheidung rundum zufrieden. "Die Transplantationstechnologie macht gute Fortschritte", ist auch Seisenbacher überzeugt. Ihm zufolge kostet die Behandlung "nicht wesentlich mehr" als um die 1.800 Euro. Der Preis richtet sich nach der Anzahl der tatsächlich benötigten "Grafts"/Transplantate. Voraussetzung sind ausreichend kräftige Haare im Spenderbereich (Haarkranz). Unter örtlicher Betäubung dauert die Behandlung, je nach Methode und Schwere des Falls, einige Stunden bis zwei Tage. Das endgültige Resultat ist nach vier bis fünf Monaten zu bewundern.

Short Talk

Gerald Seisenbacher, Geschäftsführer Smart Medical

Weekend: Wie viele Männer sind von Haarausfall betroffen?

Gerald Seisenbacher: Bei Männern ist erblich bedingter Haarausfall sehr weit verbreitet – Studien sprechen von einer Zahl von bis zu 80 Prozent.

Weekend: Was sind die Gründe für eine Haartransplantation?

Gerald Seisenbacher: Speziell bei jungen Männern ist der Leidensdruck häufig sehr hoch. Zu den Erstgesprächen kommen viele mit Baseballkappe. Eine Haarverpflanzung kann ein Selbstvertrauen-Booster sein. Für einige Männer ist volles Haar auch für ihre Karriere wichtig. Immer wieder stellen wir fest, dass es für die Frauen kaum eine Rolle spielt, ob der Mann volles Haar hat oder nicht. Der innere Wunsch des Mannes nach vollem Haar ist sehr viel stärker.

Weekend: Wie hoch ist die Hemmschwelle, sich dafür zu entscheiden?

Gerald Seisenbacher: Es dauert im Schnitt drei Jahre von der ersten Überlegung bis zur Behandlung. Über 90 Prozent der befragten Männer geben an, sie würden es viel früher machen, müssten sie sich noch einmal entscheiden.