Gegen Türkis-Grün

Hannes Amesbauer ist der steirische Spitzenkandidat der FPÖ. Gewohnt angriffig zeigt er sich im Weekend-Magazin-Interview. Das Migrationsthema sei nur wegen Kickls Maßnahmen nicht mehr so im Blickpunkt, aber nach wie vor eine Bedrohung.

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Foto: Chris Zenz

Weekend: Herr Amesbauer, der Wahlkampf geht in die heiße Phase. Sehen  wir an den aktuellen Umfragen bereits das Endergebnis?
Hannes Amesbauer: Naja, Platz 1 ist geklärt. Sebastian Kurz wird die Wahl gewinnen. Ich glaube aber nicht, dass er so durchmarschiert, wie sich das manche vorgestellt haben. Dahinter bleibt es spannend. Ich glaube, wir haben noch Luft nach oben und können noch ein paar Prozent zulegen. Für uns ist es wichtig, dass die Türkisen nicht zu stark werden und dass sich vor allem Türkis-Grün nicht ausgeht.
weekend: Der FPÖ scheint ihr Kernthema, die Migration, abhanden gekommen zu sein. Ist das generell kein Thema mehr oder dringen Sie nur nicht damit durch?    
Hannes Amesbauer: Die Migration ist nach wie vor ein großes Thema. Es ist vielleicht deshalb ein wenig ruhiger, weil Herbert Kickl eine Vielzahl an Maßnahmen umgesetzt hat, die zu einer Beruhigung führten.
weekend: Weniger beruhigt scheint Sebastian Kurz. Schließlich zerbrach die Regierung nicht wegen Ibiza, sondern an der Personalie Herbert Kickl ...     
Hannes Amesbauer: Völlig richtig. Ja, da fragt man sich schon, was die wahren Hintergründe sind. Vielleicht hat Herbert Kickl ein bisserl zu sehr im Innenressort unter die Tuchent geschaut. Um Inhaltliches kann es ja nicht gegangen sein, schließlich hat die ÖVP alle Beschlüsse mitgetragen.

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Foto: Chris Zenz


weekend: Vielleicht war es aber auch Kickls Härte, die der ÖVP immer wieder sauer aufstieß?    
Hannes Amesbauer: Natürlich hat man ihm mangelnde Sensibilität vorgeworfen. Gerade im Innenressort braucht man aber einen Macher und kein nah am Wasser gebautes Sensibelchen. Kickl hat knallhart die Gesetze vollzogen und alle mit negativen Asylbescheiden abgeschoben, egal ob jemand gut integriert ist oder nicht. Anders geht es aus meiner Sicht auch nicht.
weekend: Trotz des Kickl-Krachs scheint die FPÖ aber unbedingt wieder in eine Regierung mit der ÖVP zu wollen. Warum?     
Hannes Amesbauer: Also unbedingt nicht. Natürlich wollen wir den Weg fortsetzen. Ich habe mich als Abgeordneter mit diesem Regierungsprogramm identifiziert. Freilich, so wie es vorher war, wird es nicht mehr werden. Die große Harmonie war ja nicht gespielt, sondern es gab tatsächlich eine gute, ehrliche Zusammenarbeit. Wir wollen uns jetzt aber keinesfalls in den Schmollwinkel stellen, trotz der wenig vertrauensbildenden Vorkommnisse von Seiten der ÖVP. Es geht aber sicher nicht, dass uns ein Partner, egal wer,  sagt, welcher Freiheitliche Minister in welchem Ressort sitzt. V

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