Warum sterben alte Menschen oft gleich hintereinander?

Fast jeder von uns kennt ein solch ein Paar: Sie waren ein Leben lang zusammen und sobald einer der beiden gestorben ist, hat es nicht lange gedauert, bis sich auch der andere von der Welt verabschiedet hat.

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Altes Paar hält Händchen Foto: Comstock/ Stockbyte/ Thinkstock

Doch warum passiert dies so häufig? Forscher haben sich mithilfe einer neun-jährigen Studie genau mit diesem Phänomen auseinandergesetzt und sind zu einer klaren Begründung gekommen: Das „Gebrochene-Herz-Syndrom“. Auch bekannt ist dieser Zusammenhang als „Widowhood Effekt“ (Witwenschaft-Effekt), der die Bedeutung einer Beziehung auf die Gesundheit ausreichend dokumentiert hat. Der Tod ist somit eine intensive körperliche Reaktion auf Trauer, die zu Herzversagen - also einem gebrochenen Herzen führt.

370.000 Paare

Für die Studie der Harvard University sowie der University of Wisconsin-Madison wurden Daten von mehr als 370.000 älteren, verheirateten Paaren gesammelt. Die Forscher haben die Konsequenzen für den hinterbliebenen Partner untersucht, nachdem die bessere Hälfte dahingeschieden war.

Schock führt oft zu Tod

Witwer haben eine zu 18 Prozent hohe und Witwen eine 16 prozentige Wahrscheinlichkeit, ebenfalls in der Trauerphase zu sterben. Der häufigste Grund dabei sind Herzerkrankungen, ausgelöst durch Schock. Bei längeren Krankheiten wie Krebs oder Alzheimer ist dieses Phänomen nicht beobachtbar, weil sich die Partner auf den bevorstehenden Tod lange einstellen konnten.

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"Alte" Liebe rostet nicht... Foto: Rauluminate/ iStock/ Thinkstock