Geballtes Wissen

Schule, Ausbildung, Lehre. Noch nie hatten Jugendliche so viele Möglichkeiten wie heute. Kein Wunder, dass man sich da schnell überfordert fühlt. Bildungsmessen bringen ein bisschen Licht ins Dunkel.

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Foto: BEST

Welche weiterführende Schule ist die Richtige? Welche Ausbildung verspricht später die besten Berufschancen? Bereits in der Volksschule beginnen Eltern den weiteren Karriereweg ihrer Kinder zu planen. Viel zu früh – meinen die einen. Es kann gar nicht früh genug sein – die anderen. Fest steht: Informationen sollte man auf jeden Fall rechtzeitig einholen, denn in den letzten Jahren hat sich das Bildungssystem gehörig verändert.

Was will ich? „Vor allem Freunde und Familie haben einen großen Einfluss auf die spätere Berufsentscheidung junger Menschen“, weiß Thomas Hraba von der Bildungsberatung der Arbeiterkammer Steiermark. Täglich kommen zu ihm Jugendliche, die keine Ahnung haben, wie es nach der Schule weitergehen soll. Vor allem Eltern haben oft fixe Ideen davon, was aus ihren Sprösslingen später einmal werden soll. Und damit beginnt auch schon das Dilemma. Denn oft decken sich diese Vorstellungen nicht mit jenen der Kinder und Jugendlichen. Was ebenso häufig vorkommt: Die jungen Bildungsanwärter sind sich überhaupt nicht klar über ihre Interessen und Begabungen. „Interessenstests, wie wir sie unter anderem auch bei der Bildungsmesse in der Stadthalle anbieten, helfen da schon einmal gut weiter“, so der Experte. Damit ist ein wichtiger erster Schritt getan, denn viele Jugendliche haben zwar eine relativ gute Selbsteinschätzung, können damit aber noch keine konkreten Berufe oder Ausbildungen benennen.  

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Foto: 3D_generator/iStock/thinkstock

Qual der Wahl. Um unter diesen herausfordernden Rahmenbedingungen eine gute und vor allem langfristig passende Ausbildungsentscheidung zu treffen, gilt es, sich umfassend zu informieren. Gelegenheit dazu bietet etwa die Schul- und Berufsinformationsmesse SBim, die vom 18. bis 20. Oktober 2019 in der Messe Graz stattfindet. Von den höheren Schulen nach der Volksschule über das breite Spektrum an Lehrberufen bis hin zu Unis und Fachhochschulen ist hier die gesamte Bildungslandschaft der Steiermark vertreten. Großer Vorteil: Man hat die Möglichkeit, bei den Messeständen der verschiedenen Schulen und Bildungsinstitutionen direkt Infos einzuholen und in persönlichen Gesprächen einen Eindruck von der jeweiligen Einrichtung zu bekommen. Das hilft nicht nur den Jugendlichen, sondern auch ihren Eltern. Denn auch viele Erwachsene haben mittlerweile den Überblick im „Bildungs-Dschungel“ verloren.

Gut informiert. Gab es vor 20 Jahren noch ein paar klassische Lehrberufe, hat sich die Anzahl mittlerweile vervielfacht und jedes Jahr kommen neue Ausbildungen dazu. Unterschiedliche Schulformen und Schwerpunkte machen die Verwirrung schließlich perfekt. Bildungsmessen können hier weiterhelfen und erklären, was überhaupt in der jeweiligen Ausbildung gelernt wird, wo die Schwerpunkte liegen und welchen Beruf man damit ergreifen kann. „Wer sich gemeinsam mit seinem Kind über die Möglichkeiten informiert, kann ihm bei der späteren Entscheidung auch besser zur Seite stehen“, so Hraba. Wichtig ist es für den Experten nur, sich erst einmal alle Möglichkeiten möglichst vorurteilsfrei anzuhören und erst dann zu entscheiden.  

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Foto: AntonioGuillem/iStock/thinkstock

Plan B. Aber auch wenn sich die getroffene Wahl später als Irrtum herausstellt, hat man noch nicht verloren. „Es ist vollkommen okay mit 14 Jahren noch nicht zu wissen, wohin die Reise geht“, versucht der Bildungsberater den Druck zu nehmen. Allerdings haben viele Angst, durch eine falsche Abzweigung wertvolle Zeit zu verlieren. „Dabei nimmt man sich dadurch vielleicht auch die Chance, wichtige  Erfahrungen zu sammeln“, so Hraba. Egal, wofür man sich auch entscheidet, eines steht fest: Wer sich breit aufstellt und neben seinem Abschluss verschiedene Zusatzqualifikationen erwirbt, wird am Arbeitsmarkt immer Chancen haben. Und zwar auch dann, wenn statt Lehrer, Anwalt oder Arzt
ein vermeintlich „brotloser“ Beruf am persönlichen Wunschzettel steht. 

Information

Die Schul- und Berufsinfomesse SBim findet vom 17. bis 19. Oktober in der Messehalle A statt. An vier verschiedenen Bereichen kann man sich informieren:

  • Lehrlingsinitiative (15+)
  • Schulinformationsmesse „14 Jahre – was nun?“
  • Unis, FHs & Erwachsenenbildung „Matura – was nun?“ (17+)
  • Schulstadt Graz „Wohin nach der Volksschule?“ (10+)

(Achtung diese Teilmesse findet nur am 18. und 19. Oktober statt.)
Der Eintritt ist frei. Weitere Infos gibt es unter www.sbim.at


Interessenstests und Beratung: AK-Bildungsberatung
Tel.: 05-7799-2355 oder bjb@akstmk.at
www.stmk.arbeiterkammer.at

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