Frischer Wind beim SOV: Sebastian Hazod

Vor einem Jahr trat der Oberösterreicher Sebastian Hazod die Geschäftsführung des Symphonieorchesters Vorarlberg an. Er war professioneller Kontrabassist, bevor er 2013 ins Orchestermanagement wechselte.

Sebastian Hazod
„Ich wäre sicher nicht gut beraten, wenn ich auf den Erfahrungsschatz und das Wissen eines Dirigenten verzichten würde.“ Sebastian Hazod, GF Symphonieorchester Vorarlberg Foto: walser-image.com

Weekend: Herr Hazod, Sie waren im Württembergischen Kammerorchester Heilbronn tätig. Was bewog Sie, sich für die Stelle in Vorarlberg zu bewerben?
Sebastian Hazod:
Es gibt Chancen, die man unbedingt nützen sollte, wenn sie sich einem bieten. Und diese Stellenausschreibung war so eine, denn das Symphonieorchester Vorarlberg ist bekannt. Und ich habe es vor einigen Jahren einmal gehört und war begeistert.

Weekend: Sicher waren Sie einer der Jüngsten, die sich beworben haben?
Sebastian Hazod:
Davon ist auszugehen! (schmunzelt) Schlussendlich dürfte mir geholfen haben, dass ich einerseits Erfahrung als Musiker in professionellen Orchestern, etwa dem Bruckner Orchester Linz habe, andererseits schon mehrfach im Orchestermanagement tätig war.

Weekend: Wie ist nun Ihr Aufgabenbereich im SOV?
Sebastian Hazod:
Ich bin als künstlerischer und kaufmännischer Geschäftsführer für die gesamte Organisation, die Finanzen und die Programmplanung zuständig. Jedoch entstehen alle diese Dinge nicht im stillen Kämmerlein. Vor allem halte ich ständigen Kontakt mit unserem künftigen Chefdirigenten Leo McFall. Wir stimmen uns nicht nur über die Produktionen ab, die er dirigiert, sondern auch über die Projekte der Gastdirigenten und natürlich über sämtliche Programme. Die letzte Entscheidung liegt zwar bei mir, aber ich wäre sicher nicht gut beraten, wenn ich auf den Erfahrungsschatz und das Wissen eines Dirigenten verzichten würde. Andererseits stimme ich mich in allen übrigen Belangen intensiv mit dem großartigen Team des SOV und dem Vorstand ab. 

Weekend: Beschreiben sie uns bitte die verschiedenen Standbeine des Orchesters?
Sebastian Hazod:
Unsere Basis sind die Abokonzerte an den Standorten Feldkirch und Bregenz. Da spannen wir einen dramaturgischen Bogen über die gesamte Saison, in der aktuellen vom eher kammermusikalisch besetzten Konzert bis zur großen Symphonie. Im Übrigen dürfen wir seit wenigen Tagen den 2000. Abonnenten bei uns begrüßen! Dann haben wir ein breites Aufgabengebiet bei den Bregenzer Festspielen: die Festmesse, die echt spannende Zusammenarbeit mit dem Opernstudio und die Matinee, den konzertanten Abschluss der Festspiele. Ein weiteres Highlight ist die Zusammenarbeit mit dem ORF, dem ensemble plus und der literatur vorarlberg beim Festival Texte und Töne. Der Beitrag des SOV setzt sich in diesem Jahr unter anderem mit dem Novemberpogrom auseinander. ist. Auch bei den Montforter Zwischentönen sind wir fix einmal im Jahr dabei. Nicht zuletzt  engagieren wird uns für die Musikvermittlung, vor allem für die Jugend. Jeweils über zwei Jahre pflegen wir eine Schulpartnerschaft, derzeit mit dem Bundesgymnasium Blumenstraße Bregenz.

Weekend: Welche persönliche Handschrift dürfen wir beim  Symphonieorchester Vorarlberg von Ihnen erwarten?
Sebastian Hazod:
Die musikalische Heimat des SOV ist das große symphonische Repertoire, von der Wiener Klassik über die großen Werke der Romantik, durchaus bis in unsere Zeit. Große gültige Werke wollen wir in unseren Programmen in Beziehung setzen zu weniger Bekanntem. Damit ist nicht nur Zeitgenössisches gemeint, sondern auch Stücke aus der jüngeren oder ferneren Vergangenheit.

Sebastian Hazod
Mag. Sebastian Hazod, Geschäftsführer des Symphonieorchesters Vorarlberg Foto: walser-image.com
  

Zur Person: SEBASTIAN HAZOD

  • geb. 1986 in Oberösterreich
  • 2005-2013 Konzertfach-Studium Kontrabass an der Anton Bruckner Privatuniversität Linz und an der Kunstuniversität Graz
  • Musikmanagement-Studium an der Donauuniversität Krems
  • freischaffender Musiker 2010 bis 2013
  • Assistenz der Orchesterleitung Bruckner Orchester Linz 2013–2016
  • Orchestermanager Württembergisches Kammerorchester Heilbronn 2016–2018
  • Geschäftsführer des Symphonierochesters Vorarlberg seit der Saison 2018/19
  • Hobbies: Bergsport, Radiohören (Oe1)

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