Feuer frei für die Florianijünger

Notruf 122 - die beeindruckende Einsatzbilanz der NÖ Feuerwehren.

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Stark gestiegen sind im Vorjahr in NÖ die Brandeinsätze – und zwar von 3.548 auf 4.026. Eine Zunahme um 13,2 Prozent. Foto: Thanarak/iStock/Thinkstock

Wenn die Feuerwehr ausrückt, weiß das meistens das ganze Dorf. Die Sirene heult, und schon kurze Zeit später laufen Menschen in Richtung Feuerwehrdepot: die Männer und Frauen der Freiwilligen Feuerwehren in Niederösterreich. Genau 65.270 Mal läutete im vergangenen Jahr der Notruf im gesamten Bundesland, 2.395 Menschen wurden bei diversen Einsätzen gerettet. Dabei sind es längst nicht nur Brände, zu denen die Florianijünger gerufen werden. Die Einsätze reichten von schweren Verkehrsunfällen über Brände bis zu Unwettern, Naturkatastrophen und Rettung von Tieren. Und auch wenn Sie sich aus Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung ausgeschlossen haben, kommen hier die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr zu Hilfe.

Staat spart Millionen

Um das gesamte Leistungsspektrum – Einsätze, Übungen, Aus- und Weiterbildung, Spendenaktionen, Veranstaltungen – zu bewältigen, waren im Vorjahr 2,3 Millionen Feuerwehrmitglieder nötig, die dafür 7,9 Millionen freiwillige Arbeitsstunden investiert haben. Würde man diese mit je 20 Euro bezahlen, so ergäbe das die beträchtliche Summe von 158 Millionen Euro. Eben diesen Betrag haben die ehrenamtlichen Helfer dem Steuerzahler erspart.

Helfende Hände

In ganz Niedeösterreich gibt es 1.629 Freiwillige Feuerwehren mit 98.626 freiwilligen Feuerwehrleuten. "Unsere Mitglieder diskutieren nicht über Solidarität, sie wird von ihnen gelebt. Bei der Feuerwehr zählt nur eines: der Wille, anderen Menschen in Not zu helfen", appelliert Landesfeuerwehrkommandant Dietmar Fahrafellner an alle, Mitglied in dieser Hilfsorganisation zu werden, die mit Abstand die höchsten Imagewerte im Land genießt.

Frauen rücken vor

Erfreulich entwickelt sich die Zahl der weiblichen Beitritte zur Freiwilligen Feuerwehr. 7.061 Frauen verstärken derzeit unsere Einsatztruppen, ein Plus von 4,6 Prozent. So manche Frau hat bereits die Führungsebene erklommen. Sieben Frauen wurden bisher zu Kommandantinnen, 21 zu Kommandant-Stellvertreterinnen gewählt. Der Frauenanteil hat sich seit 2008 von 4.200 auf 7.061 deutlich erhöht.

Feuerwehrjugend

Wenig Anlass zur Sorge gibt es beim Nachwuchs, den zehn- bis 15-jährigen Mädchen und Burschen. 5.797 Mitglieder treffen sich wöchentlich in einer der 653 Jugendgruppen. Dass das so ist, ist sicher auch der Aktion "Gemeinsam.Sicher.Feuerwehr" in den dritten und vierten Klassen der NÖ Volksschulen zu verdanken: Auf spielerischer Basis wird den Burschen und Mädchen vermittelt, wie sie bei den verschiedenen Gefahren richtig reagieren und wie die Freiwilligen Feuerwehren im Alltag funktionieren.

Helden des Alltags

Short-Talk mit Philipp Dorfmeister (16), FF Markt Piesting

Warum bist du Feuerwehrmann geworden?

Ich habe als 10-Jähriger in der Feuerwehrjugend begonnen. Dort hat mir die Gemeinschaft sofort gefallen, dazu kam, dass ich hier Menschen in Not helfen kann.

Wie sieht die Ausbildung zum Feuerwehrmann aus?

Man trifft sich einmal pro Woche und lernt alles: vom Legen einer Schlauchleitung bis zum richtigen Löschen oder Zerschneiden eines Autos. Dann gibt es theoretische Wissenstests und man muss Leistungsabzeichen in Funk, Erste Hilfe und Technik machen.

Seit wann darfst du bei Einsätzen dabei sein?

Nach Vollendung des 15. Lebensjahres wird man in den Aktivdienst überstellt. Manche Einsätze sind ja ziemlich gefährlich.

Hast du manchmal Angst?

Angst nicht, eher ein ungutes Gefühl. Aber man lernt mit solchen Situationen umzugehen und ist auch so konzentriert darauf zu helfen, dass man die Angst vergisst.