Ekkehard Bechtold – Anwalt der Kunst

Kunstraum Dornbirn. Seit weit über 10 Jahren ist der Dornbirner Anwalt Dr. Ekkehard Bechtold Präsident des Vereines Kunstraum Dornbirn, der in der alten Montagehalle im Stadtpark jährlich 3 Ausstellungen aktueller zeitgenössischer Kunst namhafter Künstler aus aller Welt organisiert. Grund genug, dem sonst als Rechtsanwalt in Dornbirn Tätigen einige Fragen zu stellen.

Ekkehard Bechtold
„Qualität ist das Um und Auf – sowohl in der Kunst wie auch im Beruf.“ Ekkehard Bechtold. Foto: walser-image.com

Weekend: Sie sind Präsident des Kunstraum Dornbirn, daneben noch beim Spielboden und bei der Kultur-Zeitung engagiert. Daneben aber auch Rechtsanwalt und Rechtsanwalts-kammerfunktionär. Wie kommt man als Anwalt zu so vielen kulturellen Nebenjobs?
Ekkehard Bechtold:
Ich bin mit Kunst aufgewachsen; mein Großvater Albert Bechtold war Bildhauer und Professor an der Akademie in Wien. Meine Gattin ist Kunsthistorikerin. Unter diesen Umständen kommt man ganz automatisch in den Bann der faszinierenden Ergebnisse künstlerischen Schaffens und der faszinierenden Persönlichkeiten der Künstler. 

Weekend: Was ist für Sie das Interessante am Kunstraum Dornbirn?
Ekkehard Bechtold:
Am Kunstraum Dornbirn fasziniert vor allem die Tatsache, dass es nicht einfach eine Ausstellungshalle ist, nicht einfach ein Museum. Bei uns entsteht Kunst vor Ort. Praktisch alle Künstler die wir einladen, bei uns etwas zu zeigen, schaffen speziell für unsere Halle Besonderes und Neues. Diese Installationen sind deshalb nur kurzfristige Ergebnisse künstlerischen Schaffens, wobei der spezielle Raum – die alte Montagehalle der Rüschwerke – auf das Entstehende ganz massiven Einfluss nimmt. Aus diesem Grunde lässt sich dasselbe wo anders nicht oder jedenfalls nicht in der hiesigen Qualität neuerlich umsetzen. In Dornbirn werden Unikate für Dornbirn geschaffen. Das einzige was bleibt sind die Katalogbücher, die wir zu jeder einzelnen Ausstellung erscheinen lassen. 

Weekend: Wie wird kulturelle Arbeit in der Öffentlichkeit bewertet?
Ekkehard Bechtold:
Unser Umfeld steht uns sehr positiv gegenüber. Wir registrieren reges Interesse und praktisch ausschließlich positive Beurteilung unseres Tuns. Die Stadt unterstützt uns, dies nicht zuletzt, weil sie weiß, dass kulturelles Angebot attraktiv macht. Da wir im Vergleich zu anderen Institutionen sehr wenig Geld kosten – wir könnten schon mehr gebrauchen – sind wir doch ziemlich attraktiv und jedenfalls einmalig.

Weekend: Soll das Rheintal Kulturhauptstadt werden?
Ekkehard Bechtold:
Eine Bewerbung wäre Chance und Risiko zugleich. Ich würde
jedenfalls den Versuch unternehmen ein Konzept für eine Bewerbung zu erarbeiten. Daraus könnte man sicher auch dann was machen, falls es nicht klappt. Nur Mut!

Weekend: Wie geht die Arbeit für die Kunst mit Ihrer Tätigkeit als Anwalt zusammen?
Ekkehard Bechtold:
Da ich sonst keine zeitaufwendigen oder teuren Hobbys habe, lässt sich beides gut vereinbaren. Und halbwegs erfolgreicher Anwalt sein ist doch auch irgendwo eine Kunst.

Ekkehard Bechtold
„Kunst ist das Salz in der Suppe des täglichen Lebens. Wir sind Dornbirns Salzfass.“ Ekkehard Bechtold. Foto: walser-image.com

Zur Person: EKKEHARD BECHTOLD

  • geboren am 02.12.1954 in Dornbirn, verheiratet
  • Promotion zum Dr. iur. 1979
  • Rechtsanwalt in Dornbirn seit 1984 (Anwaltskanzlei am Marktplatz) spezialisiert auf zivilgerichtliches Verfahren und Erbrecht
  • Sonstige Hobbys: Reisen, Kulinarisches, Schifahren

 

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