Neue Perspektive: Tourist in der eigenen Stadt

In der Heimat kennen wir alles? Von wegen! Warum es sich lohnt, Salzburg einmal mit anderen Augen zu betrachten.

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Foto: GPOINTSTUDIO/ISTOCK/GETTY IMAGES

Rom, London, Paris – zu Besuch in fremden Weltstädten jagen wir meist mit Stadtplänen ausgestattet von Touristen-Highlight zu Touristen-Highlight und interessieren uns für die Geschichte, Kultur und Besonderheiten der Region. Salzburgs Sehenswürdigkeiten kennen viele Einheimische hingegen nur von außen oder waren zuletzt in der Schulzeit in Museen oder Schlössern zu Besuch. Warum also nicht einmal die eigene Stadt als Besucher erleben und so den Blickwinkel auf das Alltägliche verändern?

Übernachten

Klingt aufs Erste etwas absurd, in Wahrheit bringt es aber viele Vorteile, für ein, zwei Nächte in einem Salzburger Hotel einzuchecken. Argument Nummer eins: Es kommt Urlaubsstimmung auf. Außerdem spart man sich die in Salzburg oft lästige Parkplatzsuche. Kleiner Tipp: Sichern Sie sich an der Rezeption die Salzburg Card. Sie bietet Gratis-Eintritte für Sehenswürdigkeiten und Museen, die kostenfreie Nutzung der Verkehrsmittel sowie zahlreiche Vergünstigungen.

Stadtführung

Jeder, der schon einmal als Tourist in einer Großstadt war, kennt Hop-on-Hop-off-Touren. Auch Salzburg lässt sich via Bus schnell und unkompliziert erkunden. Weitaus spannender sind für Einheimische aber spezielle Touren – etwa die Führung „Salzburg für Salzburger“, bei der man Plätze und Orte zu sehen bekommt, die man zuvor nicht wahrgenommen hatte.

Top-Ten

Schmökert man in Salzburger Stadtplänen, kristallisieren sich schnell die beliebtesten Touristenattraktionen heraus. Neben der Getreidegasse und dem Mirabellgarten sollten Besucher und Einheimische die Festung Hohensalzburg, Mozarts Geburtshaus, Mirabellgarten, Hellbrunn, Domquartier, Salzburg Museum, Stift St. Peter und die Residenz von innen gesehen haben. Tipp: Auch durch die Festspielhäuser werden öffentliche Führungen angeboten.

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Foto: Salzburg Land Tourismus

Glockenspiel

Ob Stücke aus Mozart-Opern, bekannte Volkslieder oder das berühmte Weihnachtslied „Stille Nacht, heilige Nacht“ – täglich drei Mal erklingen am Residenzplatz die einzigartigen Melodien der 35 Glocken. Während Touristen staunend den Blick nach oben richten, hasten Salzburger meist unbeeindruckt weiter. Dabei lohnt es sich, das Salzburger Glockenspiel einmal aus der Nähe zu betrachten. Bei einer Führung hinauf auf den Glockenturm kann man das technische Wunderwerk besichtigen und genießt gleichzeitig einen besonderen Rundblick über die Stadt. Hier oben befindet man sich quasi auf Augenhöhe mit den schönsten Kirchtürmen.

Bücherei mit Ausblick

Ebenfalls einen wunderschönen Blick auf die Stadt gewährt die Panoramabar der Salzburger Stadtbücherei. Hier finden regelmäßig Lesungen und Buchpräsentationen statt. Außerdem kann man über 7.000 Tageszeitungen aus 100 Ländern in 60 Sprachen auf einem eigenen Mobilgerät lesen.

Besondere Grabstätte

Eine Sehenswürdigkeit der besonderen Art ist der Friedhof St. Sebastian und die dazugehörige Sebastianskirche in der Linzergasse. Eine Gruft nach der anderen reiht sich an der Außenmauer der Arkaden, alle mit kunstvollen, individuellen Grabplatten geschmückt. Neben Fürsterzbischof Wolf Dietrich fanden hier viele andere berühmte Persönlichkeiten ihre letzte Ruhestätte. Darunter auch Mitglieder der Familie Mozart.

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Foto: Salzburg Land Tourismus

Sound of Music

Jährlich besuchen rund 300.000 Menschen die Schauplätze der Trapp‘schen Lebens- und Filmgeschichte. Nur – die meisten Salzburger kennen weder Film noch Schauplätze! Wer das ändern möchte, bucht am besten eine Fahrrad-Tour zu den Drehorten. Spaß ist dabei garantiert: Während der Fahrt wird unter anderem zusammen gesungen.

Höhlenabenteuer

Im September wird der Almkanal jedes Jahr für ein paar Tage trockengelegt und gereinigt. In dieser Zeit kann der unterirdische Stiftsarmstollen durchquert werden. Die gut 30-minütige Tour beginnt in der Brunnhausgasse und endet auf der anderen Seite des Mönchsberges beim Friedhof St. Peter. Die Führung ist allerdings nichts für Leute mit Platzangst: Das vermutlich älteste noch existierende unterirdische Wasserleitungssystem Europas ist an mehreren Stellen nicht höher als 1,4 Meter.

Tradition genießen

Sightseeing macht bekanntlich müde. Und wo legt man als echter Salzburger eine Pause ein? Im Café Fürst, dem Zuhause der Original Salzburger Mozartkugel. Oder im ältesten Kaffeehaus Österreichs – dem Café Tomaselli am Alten Markt. Das älteste Restaurant Mitteleuropas findet man übrigens ebenfalls in Salzburg: Das St. Peter Stiftskulinarium bietet Gourmetküche auf Zwei-Hauben-Niveau.

Geschichte erleben

Sie waren zuletzt in der Volksschule in einem Salzburger Museum? Dann wird es allerhöchste Zeit für eine Auffrischung des Salzburger Allgemeinwissens. Besonders empfehlenswert sind dafür vor allem ein Besuch im Festungsmuseum und im Salzburg Museum, wo man unter anderem das berühmte Sattler-Panorama zu sehen bekommt. Ebenfalls sehenswert: das Domgrabungsmuseum.

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Foto: Salzburg Land Tourismus

Süße Hausberge

Fast so bekannt wie Salzburg selbst, ist sein berühmtestes Dessert. Die Salzburger Nockerl symbolisieren die Hausberge: Mönchsberg, Kapuzinerberg und Gaisberg (alternativ ist manchmal die Rede von Nonnberg oder Rainberg). Diese Berge sollte man als Einheimischer übrigens nicht nur „gegessen“, sondern auch bestiegen haben.

Dem Himmel nahe

Die Kollegienkirche kennt man als Salzburger. Aber waren Sie schon einmal über der Kuppel? Bei den regelmäßig stattfindenden Spezialführungen geht es über eine schmale Steintreppe und Leiter hinauf auf den denkmalgeschützten Dachstuhl. Für den Aufstieg wird man mit einem einzigartigen Blick auf Salzburg belohnt.

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