Ein Sessellift am Schöckl

Der Traum vom Skiberg. Investitionen von vier Millionen wären notwendig. Die Bürgermeister der Schöcklgemeinden drängen nach
positiver Machbarkeitsstudie auf eine Hilfe durch das Land.

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Noch muss man sich von der alten Bergstation des Nordlifts mit der Rodel talwärts stürzen. Foto: Kevin griebaum/Holding Graz
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„Technisch ist es kein Problem einen Sessellift und eine Beschneiungsanlage am Schöckl zu errichten – auch aus meteorologischer Sicht ist ein
Betrieb möglich", sagt Statteggs Bürgermeister Karl Zimmermann.
Foto: Gemeinde Stattegg

Alles ist fix! Der Schöckl bekommt einen Sessellift, eine moderne Beschneiungsanlage und ein Betreiber für eine Skischule ist auch schon gefunden – die Gerüchteküche am und rund um den Grazer Hausberg brodelt. Wieder einmal.

Machbarkeitsstudie. Doch mit dem Wachseln der Bretter, die in Österreich bekanntlich die Welt bedeuten, kann man sich ruhig noch Zeit lassen. „Es wäre zwar schön, wenn schon alles fix unter Dach und Fach wäre – so weit sind wir aber noch lange nicht“, sagt Statteggs Bürgermeister Karl Zimmermann. Gemeinsam mit seinen Amtskollegen der anderen wie Schöckl-gemeinden St. Radegund und Kumberg, der Stadt Graz und der Holding Graz (als Betreiber der bestehenden Gondelbahn) hat man aber eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben. Und die Ergebnisse liegen nun vor: „Aus dieser Studie, die auch von einem Betriebswirt begleitet wurde, geht klar hervor, dass es technisch kein Problem ist, einen Sessellift und eine Beschneiungsanlage zu installieren. Damit verbunden ist auch aus meteorologischer Sicht ein Winterbetrieb von drei bis vier Monaten auf der Jahnwiese möglich”, führt Zimmermann aus.

Unterstützung von Planai & Co.

Gewehr bei Fuß. Für den bei der Schneeerzeugung notwendigen Speicherteich hat man sich bereits das Okay vom Grundstückseigentümer Graf Stubenberg eingeholt, um eben diesen Teich in der Nähe des Ostgipfels zu errichten. Auch für den Betrieb der Skischule stünde schon ein Betreiber Gewehr bei Fuß. Und die Wiederbelebung des Schöckls als Skiberg würde auch von den obersteirischen Profis in Sachen Skivergnügen, wie den Planai Bahnen, begrüßt werden und diese würden dem Projekt im Fall der Fälle auch mit Rat und Tat zur Seite stehen. Also alles fix? Fix ist nix. Mitnichten. Das Projekt steht und fällt natürlich mit der Finanzierung. Stolze vier Millionen Euro wären für das geplante Projekt mit Sessellift & Co. zu berappen. „Und dazu müsste sich noch zusätzlich jemand bereit erklären, die laufende Abgangsdeckung aus dem Betrieb zu übernehmen“, hört man aus dem Grazer Landhaus.

Ideal für Kinder. „Aber“, sagt Zimmermann, „es ist unser gesellschaftspolitischer Auftrag, den Skisport den Kindern der Region zu ermöglichen. Man darf ja nicht vergessen, dass wir hier von einem wirklichen Skilift für den Großraum Graz mit seinen über 400.000 Einwohnern sprechen. Der Skinachwuchs spielt gerade in einem Tourismusland wie der Steiermark ein wichtige Rolle. Und der Schöckl wäre das ideale Startskigebiet für Kinder und Jugendliche.“ Für den Bürgermeister ist deshalb auch klar, dass die Stadt Graz die Kosten nicht alleine tragen kann. „Wir Schöcklgemeinden haben uns darauf geeinigt, dass wir für die Wasserbereitstellung für die Schneeerzeugung sorgen werden. Und dann ist natürlich die Frage, inwieweit uns das Land und der Bund in dieser Sache helfen?“

Zeit drängt. Mehr als positiv interpretierbare Signale hat man aber noch nicht bekommen. „Und die Sache zieht sich ja wirklich schon eine Zeit lang – deshalb drängen wir jetzt wirklich auf eine baldige Entscheidung. Wir Gemeinden haben jedenfalls unsere Aufgaben gemacht.“

Alternativen. Vorläufig wird man sich also noch mit der einen oder anderen Rodelpartie von der Bergstation des alten Schöckl-Nordlifts begnügen müssen. Auf der Scherbauerwiese in St. Radegund kann man am Wochenende (von 10 bis 16 Uhr) aber zumindest am Fuße des Grazer Hausbergs seine Schwünge in den Schnee zaubern. Auch der Wimmerlift in Eggersdorf (Betriebszeiten Samstag und Sonntag von 8.30 bis 18 Uhr) hat seine 45. Wintersaison wiederaufgenommen. Das ist, einem gnädig gestimmten Wettergott vorausgesetzt, fix.