Dr. Rajmond Pikula: Würde schenken

Dr. Rajmond Pikula ist Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie in Götzis und Vaduz. Er gibt in Indien Opfern von Säureattacken, Verbrennungen und Fehlbildungen dank entsprechender Operationen ihre Würde zurück.

Rajmond Pikula
„Ein plastischer, ästhetischer Chirurg ist weit mehr als nur ein Botox- oder Hyaluronsäure spritzender Arzt.“ Dr. Rajmond Pikula, Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie Foto: walser-image.com

Weekend: Plastische Chirurgen leisten weit mehr als Körperkorrekturen?
Dr. Rajmond Pikula:
Es geht bei der rekonstruktiven und ästhetischen Chirurgie um weit mehr als eine gerade Nase oder eine schöne Brust. Es geht um mehr Lebensqualität, die Patienten durch eine Korrektur erhalten können. Es kann sich niemand aussuchen wo und als was er geboren wird. Die eine Person hat eine schiefe Nase, die andere wurde im falschen Körper geboren oder jemand hat eine schlimme Narbe. Das belastet die Patienten und hier kann mein Berufsstand einen großen Beitrag zur Linderung leisten.

Weekend: In Indien begegnen Sie besonders krassen Fällen?     
Dr. Rajmond Pikula:
Man kann sich gar nicht vorstellen, was Menschen anderen Menschen antun können. In Indien werden viele Frauen Opfer der eigenen Familie. Vielfach sind es der Mann oder die Schwiegermutter die mit einer Säureattacke das Leben der Frau als Bestrafungsmaßnahme aus sehr niedrigen und nicht nachvollziehbaren Beweggründen ruinieren. Beliebt ist es, nur eine Gesichtshälfte mit einem gezielten Strahl aus einer Flasche mit aggressiven Reinigungsmitteln zu verunstalten. Damit soll das Opfer für andere unattraktiv werden und ist noch tiefer in der Abhängigkeit der Familie. Wir geben den Patientinnen mit unseren rekonstruktiven Operationen einen Teil ihrer Würde zurück.

Weekend: Diese Personen operieren Sie im Urlaub ehrenamtlich?    
Dr. Rajmond Pikula:
Ich fahre seit mehreren Jahren einmal pro Jahr mit einem Kollegenteam aus Deutschland für zwei Wochen nach Indien. Im Rahmen der Organisation Interplast führen Ärzte kostenlos plastische Operationen in Entwicklungsländern durch. Dabei handelt es sich nicht ausschließlich um Säureopfer. Es gibt aufgrund der schlechten Infrastruktur zahlreiche Verbrennungsopfer mit schlecht behandelten Narben. Auch Verunstaltungen durch Unfälle und Kriege werden von uns ehrenamtlich behandelt.

Weekend: Sie waren auch heuer wieder im Einsatz?     
Dr. Rajmond Pikula:
Ja, wir haben erneut in der Nähe von Neu Delhi operiert. Man kann sich die erschwerten Bedingungen vorstellen. Es gibt Patienten mit so komplexen Missbildungen die mehrere OPs benötigen. Die Folge-Eingriffe können wir erst ein Jahr später durchführen. Wir sehen teilweise unfassbare Fälle wie jenes Kind, dessen Oberarm nach Verbrennungen am Brustkorb angewachsen ist. Von 60 vorselektierten Patienten konnten wir heuer 45 operieren. Einer Patientin durften wir nicht helfen – sie wäre sonst zu lange als Arbeitskraft ausgefallen.

Weekend: Die Nachfrage nach Körperkorrekturen ist auch in Vorarlberg steigend?     
Dr. Rajmond Pikula:
Jeder will alt werden, niemand will alt aussehen. Wir leben in einer Welt der Ästhetik. Die Nachfrage steigt in der Tat ständig. Zu mir kommen Männer und Frauen jeden Alters, die sich einen Makel korrigieren lassen. Teilweise leiden die Patienten bereits viele Jahre darunter und entschließen sich jetzt zu handeln. Schönheit liegt im Auge des Betrachters, ich unterstütze maßvoll, individuell und im Rahmen des Ästhetikgesetzes. Natürlichkeit ist oberstes Gebot.

Rajmond Pikula
Dr. Rajmond Pikula Foto: walser-image.com

Zur Person: Dr. RAJMOND PIKULA
Facharzt für Plastische, Ästhetische und Rekonstruktive Chirurgie

  • Jahrgang 1978
  • Wohnort: Rankweil
  • Familienstand: ledig
  • Werdegang: Studium in Innsbruck, Facharztausbildung in Innsbruck und Deutschland, Oberarzt Uniklinik Innsbruck, Leitung der Plastischen Chirurgie in Hall. Seit 2014 Praxis in Götzis, Konsiliararzt am Liechtensteinischen Landesspital und 2. Ordination in Vaduz
  • Hobbies: Sport, Oldtimer.
  • www.dr-pikula.at

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